Bleifreie Büchsenpatronen sind Vertrauenssache

Bleifreie Büchsenmunition

Bleifreie Büchsenpatronen – Die Diskussion um das Verschießen reißt nicht ab. Welche Anforderungen stellt der Jagdbetrieb an ein Geschoss? Kann bleifreie Munition diese erfüllen?

In den Jagdjahren 2006/2007 bis 2008/2009 untersuchte das Fachgebiet Wildbiologie, Wildtiermanagement & Jagdbetriebskunde der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde im Auftrag des Landesbetriebs Forst Brandenburg die Eignung bleifreier Büchsenpatronen für den Jagdbetrieb auf Schalenwild.

Seit Januar 2010 wird das Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Kooperation mit den Bundesforsten fortgeführt und wurde im März 2012 beendet. Der Gegenstand der Untersuchungen ist die Eignung handelsverfügbarer bleifreier Projektile für den Jagdbetrieb.

Die hohen Erwartungen an bleifreie Büchsenmunition

Zur Vermeidung von Beeinträchtgungen der Seeadlerpopulation durch Vergiftung von Individuen durch Aufnahme von Geschossblei wird geprüft, ob auf Blei im Jagdbetrieb verzichtet werden kann. Jäger stellen hohe Erwartungen an die Leistungen ihres Jagdgeschosses und stehen dem Einsatz bleifreier Geschosse meist zurückhaltend gegenüber. Genannt werden im Wesentlichen die Punkte: Waffenverträglichkeit, Tötungswirkung, Abpraller und Kosten. In diesem Artikel geht es lediglich um die Tötungswirkung.

Bleifreie Büchsenmunition – Die Schusswirkung 

Jeder Jäger kennt die Stammtisch-Diskussionen um Kaliber und Geschosse. Grundlage für das Bewerten der Schusswirkung sind in der Regel Beobachtungen zur Länge der Fluchtstrecke, zum Zeichnen des Stücks, zu Pirschzeichen am Anschuss, zu Pirschzeichen in der Fluchtfährte und später gegebenenfalls zum Zustand des Wildkörpers beim Auffinden sowie zum Wildbretzustand beim Zerwirken.Eine saubere Diskussion braucht klar definierte Begriffe.

Bleifreie Büchsenmunition bei Schalenwild

 Schusswirkung ist nach Kneubühl die Gesamtheit der Reaktionen des Getroffenen (Stück) auf den Schuss. Die Schusswirkung ist also immer an das Einzelereignis gebunden. Die Beobachtung des Schützen ist daher die einzige unmittelbare und relevante Bewertungsgrundlage für die Schusswirkung. Für das Erfassen der Schusswirkung nach Beschuss von Schalenwild werden in den Untersuchungen daher alle relevanten Daten in standardisierten Abschussbögen durch den Schützen erfasst und ausgewertet. Es liegen dem Fachgebiet Wildbiologie, Wildtiermanagement & Jagdbetriebskunde rund 8000 Protokolle vor. Die Schusswirkung setzt sich anteilig zusammen aus Geschosswirksamkeit, Treffpunktlage und Verlauf des Schusskanals im Körperinneren sowie psychischen und physiologischen Faktoren des Zustandes des getroffenen Stücks.