Schafzüchter wollen Tour de France blockieren.

Radfahrer Fahrrad

Symbolbild Tour de France ©Fotolia

Die Zahl der Nutztierrisse in Frankreich nimmt überhand, obwohl die Wolfspopulation offiziell nicht höher als in Deutschland  sein soll. Schafzüchter wollen sich das nicht länger gefallen lassen.

Genug ist genug, finden die Agrargewerkschaften und Viehzüchter der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) und drohen damit,  die Alpen-Passage der Tour de France zu blockieren. Anstoß des Unmutes ist die Wolfssituation in Frankreich.

Im Jahr 2014 wurden allein 8.650 Schafe von Wölfen gerissen. Eine unglaubliche Zahl, die aber kaum über die Landesgrenzen bekannt wird. Zwar gibt es, wie auch in Deutschland, ein Entschädigungssystem, dies reicht aber offenbar nicht aus, um die Verluste und den Aufwand der Erzeuger zu kompensieren. Eine Tatsache, die Bauern und Verbände auf die Barrikaden gehen lässt. Im Jahr 2014 wurden daraufhin 19 Wölfe zum Abschuss freigegeben – und die Freigabe am 30. Juni 2015 nochmals auf 36 erhöht. Zufrieden sind die Bauern damit jedoch nicht. In Frankreich gibt es laut offiziellen Angaben etwa 350 Wölfe. Die Population wächst ähnlich rasch wie hierzulande.

„Wir sind nicht gegen den Wolf, aber die Situation ist nicht mehr tolerierbar. Einige Züchter sind bereit, den Verlauf der Tour de France zu blockieren und zu stören“, warnte Jean-Paul Comte, Präsident des regionalen Verbandes der Bauernverbände (FRSEA) des Region PACA.

In einem Brief an den Ministerpräsidenten bitten Landwirtschaftsverbände und Viehzüchter in der Region offizielle Stellen, endlich wirksame Maßnahmen gegen die überhand nehmenden Wolfsrisse zu treffen. Andernfalls drohen sie mit Aktionen auf der 17. Etappe ( Digne-les-Bains in Pra-Loup ) oder 18. Etappe (Gap in Saint-Jean-de-Maurienne) am 22. und 23. Juli. Weiter fordern die Gewerkschaften, dass der Wolf ist nicht mehr als Art von der Berner Konvention geschützt werden solle. Die Landwirte fühlten sich verlassen und verzweifelt, so hieß es weiter in dem Brief.

Am 21. Juni wollen Landwirte und Viehzüchter zunächst in schwarzer Kleidung auf den Straßen von Gap in Saint-Jean-de-Maurienne einen Protestmarsch veranstalten.

Frankreichs Schafzüchter sind mittlerweile für ihre drastischen Aktionen bekannt. Im November 2014 zogen einige Vertreter mit mehreren Hunderten Schafen auf die Grünflächen rund um den Pariser Eifelturm, um für höhere Abschusszahlen und besseren Herdenschutz zu demonstrieren.