Sachsen: Wölfe überwinden Elektrozaun – 13 Schafe gerissen

Wolf (Symbolbild) ©Silvio Heidler

Wolf (Symbolbild) ©Silvio Heidler

Sachsen: Wölfe überwinden Elektrozaun – 13 Schafe gerissen

Lernt der Wolf, Zäune zu überwinden, oder reichen die gesetzlichen Vorgaben nicht aus?

In Cunnewitz (Sachsen) wurden bei dem bis dato vermutlich umfangreichsten Angriff von Wölfen auf Nutztiere insgesamt 13 Schafe getötet, sechs verletzt und weitere zwei Tiere werden vermisst.

Der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Kamenz und zuständige Wolfssachverständige Friedrich Noltenius äußerte gegenüber der Presse: „Der oder die Wölfe töten weit mehr Tiere, als sie überhaupt fressen können. Man könnte auch von einem Blutrausch sprechen.“

Besonders hierbei ist nicht nur die verhältnismäßig große Anzahl der gerissenen Tiere, sondern vor allem, dass die Tiere offenbar ordnungsgemäß hinter einem entsprechendem Elektrozaun vor ebensolchen Angriffen sicher sein sollten. Laut SÄCHSISCHER ZEITUNG bestätigten mehrere Experten, „die Koppel war allen Regeln und Vorgaben entsprechend eingezäunt, die Tiere also offiziell „gesichert“.“

Dies wirft die Frage nach der Effizienz der von dem jeweiligen Bundesland ausgegebenen Zaunvorgaben auf. Das Land Sachsen empfiehlt hier „mindestens 90 Zentimeter hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune). Litzenzäune sollten aus mindestens fünf Litzen bestehen. Bei Festkoppeln (stationäre Holz- oder Maschendrahtzäune) sind eine Mindesthöhe von 1,20 Metern und vor allem ein fester Bodenabschluss wichtig.“

Offenbar scheint diese Vorgabe angesichts der getöteten Schafe nicht auszureichen. Zumindest dürfte der Weideviehzüchter den Schaden komplett erstattet bekommen, da er die gesetzlichen Vorgaben eingehalten hatte. Dies betätigt das Landratsamt Bauzen durch Sprecher Gernot Schweitzer: „Die Schafe waren ausreichend durch einen Elektrozaun geschützt“.

Friedrich Noltenius (KJV Kamenz) forderte indes ein Umdenken in der Wolfspolitik, in anderen Ländern, in denen Wölfe heimisch sind, würden diese „nirgends so weitreichenden Schutz wie hier genießen“.