Mehr als 500 Wolfsrisse an Nutztieren in 2017

Wie SPIEGEL und NDR mit Bezug auf die Umweltministerien der Bundesländer berichten, stieg die Zahl der Wolfsrisse an Nutztieren im Jahr 2017 erheblich.

Was die Wolfsentwicklung angeht, gibt es keinen Zweifel mehr: Sie werden mehr, und sie fressen mehr. Neueste Zahlen zeigen dies deutlich, wie JÄGER Volontär Fokko Kleihauer für Sie zusammengefasst hat.

Mehr Wolfsrisse im Norden

Schleswig-Holstein mit 43 und Mecklenburg-Vorpommern mit 66 gerissenen Nutztieren stehen noch gut da. Das Sorgenkind ist und bleibt Niedersachsen. 2017 wurden in Niedersachsen 403 Nutztiere von Wölfen getötet. Erschreckend im Vergleich zu den Vorjahreszahlen. Vor zwei Jahren wurden in Niedersachsen “ nur“ 178 Tiere von Isegrim gerissen. Der Grund für den Anstieg ist – selbsterklärend – der Zuwachs an Wölfen. In den letzten Jahren ist der Wolfsbestand in Niedersachsen um ein Drittel angestiegen – von rund 100 Tieren auf 150.

Mehr als 500 Wolfsrisse an Nutztieren in 2017

©Pixabay

Der schlaue Wolf

Gleichzeitig ist die viel beschriebene Schläue der Wölfe nicht weniger geworden. Oft schleichen diese stundenlang um eine durch Elektrozäune geschützte Wiese. So lange, bis sich eine Schwachstelle offenbart. Dieses Wissen geben sie auch an ihre Welpen weiter.

2018 fing deswegen ebenfalls für Niedersachsens Nutztierhalter ernüchternd an. In den ersten vier Monaten gab es im zweitgrößten Bundesland Niedersachsen bereits 110 Risse. Davon sind schon 58 als Wolfsrisse bestätigt. Langsam aber sicher wird auch das Umweltministerium in Niedersachsen unruhig.

„Die steigenden Zahlen an Nutztierschäden zeigen, dass das Wolfsmanagement weiter verbessert werden muss.“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums auf Nachfrage des NDR. Die öffentliche Hand setzt aber weiterhin auf den Herdenschutz. Dieser soll in Zukunft noch stärker finanziell gefördert werden.

Entnahme muss möglich sein

Die Ultima Ratio der „letalen Entnahme“, wie es so schön im Beamtendeutsch heißt, bleibt aber weiterhin eine Ausnahme. Lediglich die rechtlichen Bedingungen sollen überprüft werden, um im Notfall schneller mit einer Vergrämung oder Erlegung auf Problemwölfe zu reagieren.

Das geht Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers nicht weit genug. Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ bekräftigte er seine Zweifel an reinen Herdeschutzmaßnahmen. Das Landvolk fordere ganz klar neben einer unbürokratischen Schadensregulierung auch die Entnahme auffälliger Wölfe.

Mehr als 500 Wolfsrisse an Nutztieren in 2017

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