Wildschwein-Jagd mit Pfeil und Bogen? Italien mit neuem Gesetz

In Italien soll in Zukunft die Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen erlaubt sein. Das “Robin-Hood-Gesetz” soll bei der Kontrolle der Wildschweinpopulation vor Ort unterstützen. Was hat es mit der Entscheidung für die Bogenjagd auf sich? 

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Im Norden von Italien sollen Wildschweine künftig mit Pfeil und Bogen bejagt werden. © Unsplash/Abby Tait

Zurück zu den Ursprüngen? In Trentino im Norden Italiens soll ab dem kommenden Jahr die Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen erlaubt sein. Das verabschiedete die Regionalverwaltung Anfang Juli 2026. Die “Robin-Hood”-Jagd, wie sie medial nun immer häufiger getauft wird, ist bereits in den italienischen Regionen Venetien und Lombardei erlaubt. Ziel des neuen Gesetzes: Die Eindämmung der Wildschweinpopulation.

Wildschwein-Jagd mit Pfeil und Bogen? Trentino in Italien entschließt neues Gesetz

In Italien leben derzeit schätzungsweise 2 Millionen Wildschweine. Die Ausbreitung der Wildtiere soll nun eingedämmt werden, auch im Norden von Italien. Dass eine große Wildschweinpopulation, besonders in Zeiten der ASP, zu Problemen führen kann, ist auch in Deutschland bekannt. Die Tiere dringen in bewohnte Regionen ein, um dort nach Nahrung zu suchen und verwüsten dort häufig Gärten und Anlagen. Aber auch für Hunde und Menschen selbst können die Tiere eine Gefahr darstellen.

Italien ist dabei nicht das einzige Land, das beim Management auf die Jagd mit Pfeil und Bogen setzt. So arbeiten in der spanischen Hauptstadt Madrid gleich 25 geschulte Bogenjäger der Einheit SCAES daran, den Bestand mit Pfeil und Bogen einzudämmen. Seit 2011 sollen sie etwa 800 Wildschweine mit dieser Methode erlegt haben.

Leise Jagd oder unsicherer Abschuss? Die Meinungen zur Bogenjagd

Während die Bogenjagd in Deutschland und Österreich beispielsweise weiterhin verboten ist, möchte Trentino genau mit dieser Jagdmethode gegen die Ausbreitung der Wildtiere vorgehen. Jäger, die mit Pfeil und Bogen jagen wollen, müssen dafür eine Zusatzprüfung ablegen.

Die Bogenjagd trifft dabei auf gemischte Reaktionen. Während einige Stimmen die Gefahr einer nicht-waidgerechten Tötung argumentieren, befürworten andere die Jagdmethode aufgrund ihrer Lautlosigkeit. Schützen sollen aus maximal 50 Metern Entfernung schießen, mit modernen Bögen ist ein präziser, tödlicher Schuss auf Wildschweine demnach kein Problem. Zusätzlich gibt es keine Querschläger und andere Wildtiere werden nicht durch Schussgeräusche gestresst oder aufgeschreckt. Auch in der Nähe von Wohngebieten gilt die Bogenjagd für viele als risikoärmer.