Welche Themen bewegen die Jägerschaft in Hamburg – und warum ist die Wahl am 13. April 2026 auch über die Stadt hinaus relevant? Darüber hat JÄGER-Redakteur Kim Trautmann mit Rainer Propp gesprochen. Propp ist Mitglied im Landesjagdverband Hamburg und ordnet die aktuelle Situation ein.
Der JÄGER im Interview mit Rainer Propp
JÄGER: Warum ist diese Wahl auch außerhalb Hamburgs von großer Bedeutung?
Rainer Propp: Um auch in einer Zeit wachsender Herausforderungen im urbanen Umfeld weiterhin jagen und Artenschutz betreiben zu können. Gleichzeitig geht es darum, diese Arbeit gemeinsam mit den umliegenden Landesjagdverbänden weiterzuentwickeln. Viele Hamburger Jäger sind auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern aktiv – daraus ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für gemeinsame Projekte.
Welche Themen bewegen die Hamburger Jägerschaft besonders?
Seit dem Amoklauf eines ehemaligen Angehörigen der Zeugen Jehovas im Jahr 2023 sind die Waffenkontrollen deutlich intensiver geworden. Gleichzeitig dauern Waffeneintragungen und Jagdscheinverlängerungen in Hamburg inzwischen überdurchschnittlich lange.
Gibt es Herausforderungen, die auch umliegende Bundesländer betreffen?
Ja, zum Beispiel die Entscheidung, den Duvenstedter Brook aus der gemeinsamen Bewirtschaftung der Rotwildhegegemeinschaft herauszunehmen. Das dort vorkommende Rotwild wird nun isoliert auf sehr kleinem Raum bejagt. Zudem stellt sich grundsätzlich die Frage, ob Nutria künftig ins Jagdrecht aufgenommen werden sollten.

Der Duvenstedter Brook spielt auch in der Debatte um die Zukunft der Jagd in Hamburg eine wichtige Rolle. © Brigitte Peters/Pixabay
Wie wichtig ist Digitalisierung für die Zukunft eines Verbandes?
Sie ist absolut notwendig, da immer mehr junge Menschen zur Jagd kommen. Eine digitale Vernetzung zwischen den einzelnen Jägergruppen ist entscheidend, um die Zusammenarbeit einfacher und schneller zu gestalten.
Warum ist es wichtig, dass Jäger an solchen Wahlen teilnehmen?
Das sollte grundsätzlich jeder tun, der wahlberechtigt ist. Nur so hat man die Möglichkeit, sich für den Kandidaten zu entscheiden, der den eigenen Vorstellungen am ehesten entspricht – und Jagdpolitik aktiv mitzugestalten.






