Wolfsangriff Brandenburg: Kind schwer verletzt

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Warum die Kinder im Gehege waren und wie es zu dem Angriff kommen konnte ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. © Pixabay/ambquinn

Wolfsangriff: Ein Wolf hat am Mittwochmorgen im Wildpark Johannismühle bei Baruth/Mark (Landkreis Teltow-Fläming) ein achtjähriges Mädchen angegriffen und schwer verletzt. Ein Rettungshubschrauber brachte das Kind in eine Klinik. Jetzt ermittelt die Polizei.

Wolfsangriff ereignete sich bei Fütterung

Die Achtjährige war als Besucherin im Park. Als der Wolf angriff, befand sie sich zusammen mit zwei weiteren Kindern und einer Parkmitarbeiterin in einem  der Tiergehege.
Die anderen drei Personen blieben nach Angaben der Polizei äußerlich unverletzt. Welches Tier zugebissen hatte, war zunächst offen. Am Nachmittag bestätigte die Polizeidirektion West, dass es ein Wolf war. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet und prüft, ob Fahrlässigkeit vorliegt. Warum sich die Gruppe im Gehege aufhielt, ist bislang nicht bekannt.

Dass Wölfe als Raubtiere beissen und teils brutale Angriffe verüben können, ist kein Geheimnis. Ob aus Angst, Beutetrieb oder anderen Motiven –zuletzt wurde in der Hamburger Innenstadt am Jungfernstieg eine Frau von einem jungen Wolf ins Gesicht gebissen. Solange das Raubwild in derart hohen Bestandsdichten vorkommt, besteht auch in freier Wildbahn jederzeit die Gefahr eines Wolfsangriffs.

Park bleibt geschlossen

Der privat betriebene Wildpark liegt rund 45 Kilometer südlich von Berlin und blieb am Mittwoch zu. Der Betreiber teilte mit, man arbeite vollständig mit den Behörden zusammen,
könne wegen der laufenden Verfahren aber keine Details nennen. Der Familie sicherte er seine Unterstützung zu. In Johannismühle werden unter anderem Grau- und Polarwölfe,
Braunbären und Luchse gehalten.

Gehegewolf, kein Wildtier aus freier Wildbahn

Für die Einordnung wichtig: Der Angriff ging von einem Wolf in Gehegehaltung aus, nicht von einem freilebenden Tier. Gleich, ob im Gehege oder in freier Wildbahn, geraten die Tiere in Bedrängnis, zeigen Territorialverhalten oder Beutetrieb, kann es zu gefährlichen und teils tödlichen Angriffen auf Menschen kommen. Schon einmal sorgte der Park für einen Großeinsatz: Im Sommer 2016 waren zwei Löwen aus ihrem Gehege entkommen.