Sind Jäger in Deutschland noch zeitgemäß?

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Warum gibt es in Deutschland immer mehr Jäger, geht es um Waffen?

Angehende Jäger nennen das intensive Naturerlebnis als Hauptgrund für ihre Motivation Jäger zu sein.Die erlebte Gemeinschaft und praktische Naturschutzarbeit sind ebenfalls häufig genannte Argumente. Der Umgang mit der Waffe oder das Töten von Tieren sind übrigens keine Beweggründe, den Jagdschein zu machen.

Denn wenn es lediglich um das schießen ginge,würde man wohl kaum 100 Stunden Theorie und bis zu 80 Stunden Praxis in 6 Fachgebieten auf sich nehmen.

Für die Freude an der Natur braucht man ein Schießgewehr?

Jagd ist tiefes Erlebnis der Natur und ein verantwortungsvolles Handwerk mit dem Ziel Wildbestände zu reduzieren und Wildbret zu gewinnen.Das setzt voraus, dass Tiere getötet werden, wozu das Gewehr nötig ist.

Die Jagd ist einer der ältesten Formen des Nahrungserwerbes und dabei sehr Ressourcen schonend, hierzu werden keine industriellen Futtermittel oder Medikamente benötigt. Es erfordert oftmals viel Zeit und Geduld ein Stück Reh- oder Schwarzwild zu erlegen, in dieser Zeit erleben Jäger die Natur mit allen Sinnen und entdecken Dinge, die anderen Menschen verborgen bleiben.

Warum müssen Jäger das erlegte Wild zurSchau stellen oder fotografieren? Ein Landwirt macht das mit seinem Schlachtvieh ja auch nicht.

Fotos vom erlegten Wild,Geweihe oder Keilerzähne an der Wand sind Erbe einer uralten Tradition, es geht Schlicht um die Erinnerung an das Erlebnis. Rituale wie der letzte Bissen oder das Verblasen der Strecke, zeugen von Respekt und Ehrung, für jede einzelne Kreatur, die erlegt wurde. Das ist eben der Unterschied zur modernen Nutztierhaltung. Jagd ist nicht mechanisiert und industriell. Jäger beschäftigen sich direkt und hautnah mit der Natur, mit der Kreatur und dem Tod. Viele Verbraucher blenden den Vorgang des Tötens aus, er ist weit weg und passiert anonym im Schlachthaus.