Jagdunfall: Ein Toter und ein Schwerverletzter bei Drückjagd

Im Pfälzerwald nahe Trippstadt überschattet ein tödlicher Jagdunfall während einer Drückjagd das gemeinsame Jagen. Das ist bis jetzt bekannt …

Polizeiabsperrung Jagdunfall

Die Drückjagd nahe Trippstadt endete mit dem Einsatz von Polizei und Rettungskräften. © AdobeStock/HamburgNews

Die Blätter fallen und die Drückjagdsaison nimmt langsam Fahrt auf. Was für viele der jagdliche Höhepunkt des Jagdjahres ist, endete bei einer Drückjagd am Hubertustag mit einer Tragödie. Ein mutmaßlicher Jagdunfall fordert ein Menschenleben. Ein weiterer Mann wird schwer verletzt.

Jagdunfall: Was ist passiert

Bei einer Drückjagd im Forstamt Johannisskreuz bei Trippstadt kam am Hubertustag ein Jagdteilnehmer ums Leben. Gegen 11 Uhr wurde ein Standschütze leblos auf seinem Drückjagdbock gefunden. Die Jagdhelfer, die den 48-jährigen Jäger gefunden hatten, leisteten Wiederbelebungsmaßnahmen und informierten die Polizei.

Die eintreffenden Rettungskräfte konnten jedoch nichts mehr tun. Es wurde eine Schusswunde an dem Vertsorbenen festgestellt. Nach Berichten von Jagdteilnehmern, soll diese am Hinterkopf des Verstorbenen gewesen sein.

Die Teilnehmer der Jagd mussten zwecks Befragung durch die Kripo teils bis zum Abend vor Ort bleiben. Waffen und Waffenbesitzkarten aller Jagdteilnehmer wurden überprüft. Einige Waffen wurden sichergestellt.

Das Gelände in dem die Jagd stattfand ist maßgeblich mit Buntsandstein durchsetzt. Es handelt sich somit um ein Gegend in der die Schussabgabe aufgrund von Abprallern besonders heikel ist. Die genauen Umstände sind aktuell Gegenstand der Polizeiermittlung.

Weiter Jagdunfall: Wildschwein verletzt 29-Jährigen

Auf der selben Jagd gab es noch einen Schwerverletzten. Ein 29-jähriger Jagdhelfer wurde durch ein Wildschwein verletzt und musste im Krankenhaus versorgt werden. Nach aktuellen Ermittlungsstand stehen die zwei Ereignisse nicht im Zusammenhang.

Forstamt Johanniskreuz

Das Forstamt Johanniskreuz, in dem der Jagdunfall stattfand, bewirtschaftet mitten im Pfälzerwald eine große Verwaltungsjagd mit Rotwild, Schwarzwild und Rehwild. Der Dienstbezirk erstreckt sich über rund 40 Kilometer, von Höheinöd im Westen bis Lambrecht im Osten. Damit liegt er in der größten zusammenhängenden Waldlandschaft Deutschlands. Das Forstamt Johanniskreuz ist zudem Partnerbetrieb des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen.

Das Revier ist auch forstlich bemerkenswert. Seine ausgedehnten Eichenbestände sind überregional bekannt und regelmäßig Ziel von Fachexkursionen. Die Wälder liegen zugleich in einem Natura-2000-FFH-Gebiet. Seinen Namen trägt das Forstamt nach einem Flurkreuz aus dem 13. Jahrhundert. Bei einer Tagung pfälzischer und bayerischer Forstbeamter soll hier sogar der Name „Pfälzerwald“ entstanden sein.