Jagdmesse Grünau 2026: „Klasse statt Masse“

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Hans-Joachim und Hubertus Reich, die Veranstalter der Jagd- und Schützentage, verrieten im Gespräch mit Chefredakteur Christian Schätze, was die Messe in Grünau so besonders macht. © Telletic

Eine volle Halle zur Eröffnung der Messe, zufriedene Aussteller und ein klares Bekenntnis zur Tradition: Im gläsernen JÄGER-Studio sprachen die Veranstalter der Internationalen Jagd- und Schützentage, Hans-Joachim und Hubertus Reich, mit Madeline Lindhorst und Christian Schätze über den Auftakt der 12. Jagdmesse in Grünau . Außerdem erklärten sie, warum die Messe nicht mehr wachsen soll. Den JÄGER-Talk in voller Länge sehen Sie hier.

Jagdmesse Grünau: Starker Auftakt mit prominenten Gästen

Der erste Tag der Jagdmesse Grünau ist nach Worten von Hubertus Reich sehr gut angelaufen. Zur Eröffnung kamen die Präsidenten von sieben Landesjagdverbänden und der Präsident des Deutschen Jagdverbands Helmut Dammann-Tamke. Eröffnet hat die Messe wie gewohnt Bayerns Jagdminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) als Ehrengast. Auch von den Ausstellern kommt bisher durchweg positives Feedback. Volle Hallen, zufriedene Besucher und Aussteller sorgen bereits an den ersten beiden Messetagen für eine tolle Atmosphäre.

Jagd gehört in die Natur, nicht in Betonhallen

Hans-Joachim Reich hatte früher bereits die Messe in Erding organisiert. Schon damals war er überzeugt, dass eine Jagdmesse in die Natur gehört. Ein Steinadler über Betonhallen habe mit Jagd wenig zu tun, über dem Schloss dagegen ergebe er ein stimmiges Bild. Ein Konzept mit Zelthallen statt etablierter Messehallen sei anfangs schwer zu vermitteln gewesen. Die Familie blieb trotzdem dabei.

2014 startete die Messe mit 150 Ausstellern, heute zählt die Jagdmesse Grünau rund 520. Gewachsen ist sie nach Reichs Worten durch eine konsequente Auswahl: „Wir setzen auf Klasse und nicht auf Masse.“ Gerade hochwertige Aussteller habe dieser Anspruch überzeugt.

Tradition auf der Jagdmesse Grünau: passend zum Ort

Belehrend wirke Brauchtum auf der Jagdmesse Grünau nicht, sagt Hubertus Reich, weil es zum Ort gehöre. Pfalzgraf Ottheinrich ließ das Jagdschloss einst in Sichtweite der Neuburger Residenz errichten, mitten im Donau-Auwald. Jagdhornbläser, Blaskapellen und schottische Piper fügten sich hier ganz natürlich ein.

Als Gegenpol zur Digitalisierung hat die Familie die Lesungen aus der Jagdbelletristik im Gewölbekeller wieder eingeführt. Sie kommen nach ihrer Erfahrung auch besonders bei jungen Jägern gut an. Für Hans-Joachim Reich steht dahinter eine klare Haltung: „Jagd ist Passion, Jagd ist aber auch Verpflichtung.“

Hundedorf und Neuheiten auf der Jagdmesse Grünau

Als Alleinstellungsmerkmal nennen die Reichs das Hundedorf, bei dem Grünau Vorreiter war. Zunehmend nutzen außerdem Hersteller die Jagdmesse Grünau, um Neuheiten bei Waffen und Optik erstmals vorzustellen, einige davon waren bislang nicht einmal angekündigt.

Das Limit der Jagdmesse Grünau ist erreicht

Größer soll die Messe nicht mehr werden, schon aus Platzgründen. Aber auch grundsätzlich sei das Ziel erreicht, sagt Hans-Joachim Reich. Stattdessen will die Familie die Jagdmesse Grünau jedes Jahr mit neuen Ideen weiterentwickeln. Seine persönlichen Höhepunkte nennt Hubertus Reich ohne Zögern: die Hubertusmesse am Sonntag und den Sternmarsch, bei dem Blaskapellen aus fünf Richtungen in den Schlosshof einziehen. Zum Abschluss spielen dort am Sonntag rund 300 Jagdhornbläser. Den Gründungsgedanken fasst Hans-Joachim Reich so zusammen: Er wollte eine Jagdmesse schaffen, auf die er selbst gern gehen würde.