Der Bayerische Jagdverband und der Tiroler Jägerverband haben im Rahmen eines gemeinsamen, durch ein INTERREG-Projekt unterstützten Gams-Symposiums zentrale Fragen zur Zukunft des Gamswildes im Alpenraum diskutiert. Unter dem Leitgedanken „Unsere Gams – unsere Verantwortung“ kamen Fachleute aus Wissenschaft, Jagd und Verwaltung zu einem zweitägigen Austausch zusammen.
Symposium: Gams-Management grenzenübergreifend besprochen
Das Symposium wurde vom Präsidenten des Bayerischen Jagdverbandes, Ernst Weidenbusch, und vom Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher eröffnet. Der erste Veranstaltungstag stand im Zeichen von Klima, Lebensraum und ökologischen Grundlagen.
In Fachvorträgen wurden die Auswirkungen von Landschafts- und Klimawandel auf die Gams ebenso beleuchtet wie Fragen der Raumnutzung und internationale Beispiele des Gamsmanagements. BJV-Präsident Ernst Weidenbusch betonte: „Wir dürfen die Gams nicht zum Sündenbock für forstwirtschaftliche Herausforderungen machen. Wer die Gams erhalten will, muss ihren Lebensraum schützen und darf sie nicht durch überzogene Abschusszahlen in die Defensive drängen. Die Gams gehört zum Alpenraum wie unsere Berge selbst.“
„Lebensräume und Sozialstrukturen des Gamswildes für die Zukunft zu sichern.“
Am zweiten Veranstaltungstag lag der Fokus auf einem verantwortungsvollen Gamsmanagement in der Praxis. Anton Larcher unterstrich die Rolle der Jagd als Bindeglied zwischen Praxis und Wissenschaft: Jäger arbeiten als Schnittstelle zur Wildbiologie an wissenschaftlich fundierten Konzepten zur Hege des Gamswildes. Aus jagdrechtlicher und wildökologischer Sicht gilt es die Lebensräume und Sozialstrukturen des Gamswildes für die Zukunft zu sichern.“ „Dazu sind wir mit vielen Praktikern und Experten nach Kufstein gekommen.“ freut sich Larcher über das große Interesse an der Fachtagung.
Ziel: Stabilisierung von Gamsbeständen
In den Beiträgen wurde aufgezeigt, wie langfristiges Monitoring, angepasste Bejagungsstrategien und belastbare Datengrundlagen wesentlich zur Stabilisierung von Gamsbeständen beitragen können. Zentrale Erkenntnisse des Symposiums waren die Bedeutung belastbarer und langfristig vergleichbarer Bestandsdaten, die zunehmenden Auswirkungen von Klima- und Landschaftswandel auf den Lebensraum der Gams sowie die Notwendigkeit, Managementmaßnahmen regional angepasst und grenzüberschreitend abzustimmen. Auch der sogenannte „Wald-Wild-Konflikt“ wurde kritisch eingeordnet. Dabei geht weniger um einen Konflikt zwischen Wald und Wild als vielmehr um unterschiedliche menschliche Nutzungsinteressen. Diese müssen besser aufeinander abgestimmt werden.
Das Gams-Symposium 2026 bot einen offenen und konstruktiven fachlichen Austausch und lieferte zahlreiche Impulse für ein zukunftsfähiges Gamswildmanagement im Alpenraum.





