Invasive Pflanzen und ihre Auswirkungen

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Artenreiche Wiesen sind selten geworden. Nicht nur die Landnutzung, auch invasive Arten bedrohen unsere heimische Flora. (Foto: Pixabay,com/Couleur)

Fremdländische Pflanzenarten können unsere heimische Artenvielfalt bedrohen und auch für uns Menschen eine Gefahr darstellen.

Invasive und fremdländische Tierarten sind oft in aller Munde. Doch mindestens genauso bedrohlich für unsere heimische Artenvielfalt sind fremdländische Pflanzen. Die sogenannten Neophyten können verheerende negative Auswirkungen haben – auch auf den Menschen.

Konkurrenzstarke Bedrohung

Neophyten sind Pflanzen, die sich durch den Menschen fernab ihrer eigentlichen Heimat ausbreiten. Oft als Nutzpflanze eingeführt, breiten sich diese Arten bei guten Bedingungen immer weiter aus und verdrängen die heimischen Pflanzen. Neophyten sind in der Regel konkurrenzstärker, anpassungsfähiger und anspruchsloser als andere Arten. Somit haben sie entscheidende Vorteile gegenüber der heimischen Flora.

Gartenabfall mit Folgen

Zwar ist es nicht erlaubt, doch immer wieder entsorgen Menschen ihren Gartenabfall im Wald. Es sei organisches Material, das in der Natur keine Schäden anrichtet. Oft befinden sich in diesen Gartenabfällen jedoch Pflanzen, die bei uns nicht natürlich vorkommen und als Nutz- oder Zierpflanze nach Deutschland eingeführt wurde. So zum Beispiel das indische Springkraut. Das fahrlässige Entsorgen solcher Abfälle kann auf unsere Flora und Fauna massive negative und oft auch irreversible Auswirkungen haben.

Springkraut – Gefahr für Forellen

Springkraut

Die bei Berührung aufplatzenden Kapseln des Springkrautes verteilen ihre Samen ins Umland. (Foto: Pixabay.com/alsen)

Das Indische Springkraut mit seinen roten bis blassrosa Blüten mag schön aussehen, bedroht jedoch nicht nur unsere heimische Pflanzenwelt. Auch für Forellen stellt es eine Gefahr da. Besonders an Bachläufen ist diese Pflanze zu finden und wo sie auftaucht, wächst bald nichts anderes mehr. Das Fatale daran: es handelt sich um eine einjährige Pflanze. Im Herbst stirbt sie ab, was dazu führen kann, dass die Böschung fortgespült wird, da keine anderen Pflanzen dem Boden Halt geben. Dadurch gelangt Erde in das Gewässer. Das wiederum bedroht Forelleneier, welche im Grobkies abgelegt und stetig mit sauerstoffreichem Wasser umspült werden. Gelangt Erde in das Flussbett, verschlammt der Kies und die Eier verschimmeln.

Schmackhafter Topinambur

Topinambur

Der unscheinbare Topinambur duldet keine Konkurrenz. (Foto: Pixabay.com/federicomaderno)

Besonders unter Jägern ist der Topinambur bekannt. Er gilt als gute Wildacker-Pflanze und seine Knollen sind – ähnlich wie Kartoffeln – auch in der deutschen Küche eine schmackhafte Beilage.

Der Korbblütlergehört zur selben Gattung wie die Sonnenblume, kommt mit vielen schwierigen Bedingungen zurecht. Doch Topinambur breitet sich schnell aus und verdrängt dabei alle anderen Pflanzen, bis lediglich eine Monokultur vorhanden ist. Für die Artenvielfalt stellt der Neophyt eine starke Bedrohung dar.

Giftiger Riesenbärenklau

Riesenbärenklau

Finger weg! Sonst können schwere Brandblasen die Folge sein. (Foto: Pixabay.com/ariesa66)

Der Riesenbärenklau gehört zur Familie der Doldenblütler und kann gigantische Ausmaße erreichen. Die aus dem Kaukasus stammende Pflanze kann bis zu drei Meter hoch werden und breitet sich schnell aus. Die besondere Gefahr: der Riesenbärenklau besitzt ein phototoxisches Gift – also ein Gift, das erst unter Einwirkung von Licht zu wirken beginnt. Man merkt also nicht sofort, wenn man mit der giftigen Substanz in Berührung kam. Erst bei Sonnenlicht reagiert das Gift und zerstört den natürlichen UV-Schutz der Haut. Die Folge sind starke Verbrennungen und Blasen. Wer diese Pflanze findet, sollte sich an das Landratsamt oder das Ordnungsamt wenden. Diese sind dafür verantwortlich, die Pflanze zu entsorgen.

Die Liste an Neophyten ist lang. Wer also seinen Gartenabfall entsorgen möchte, der sollte sich selbst und der Umwelt einen Gefallen tun und diese nicht im Wald entsorgen.