Hamburg: Wolf beißt Frau ins Gesicht

Gray wolf standing in a forest – France

Wölfe können sich auf ihren Wanderschaften auch in große Städte verirren. © AdobeStock/Willy Mobilo

Wölfe verirren sich immer wieder in menschliche Siedlungen. In Hamburg wurde nun eine Frau schwer von einem Wolf verletzt.

Seit der Jahrtausendwende sind die Wölfe in Deutschland zurück. Von ganz im Osten hat sich der graue Rückkehrer weit nach Westen und Norden verbreitet. Eigentlich ist überall in Deutschland inzwischen zumindest mit durchziehenden Wölfen zu rechnen. Im jetzt kommenden Frühjahr werden in den Wolfsrudeln Deutschlands bald wieder Welpen geboren. Daher machen sich jetzt die viele Welpen des Vorjahres auf den Weg und verlassen das elterliche Rudel. Ihr Ziel: ein eigenes Revier finden und selber ein Rudel gründen. Bei diesen Ausflügen zeigen sich manche Exemplare sehr offen und mit wenig Scheu. Die Neugier und wahrscheinlich auch der Hunger treiben die jungen Räuber auch in die Nähe von menschlichen Siedlungen.

Wolf seit dem Wochenende in Hamburg

Ein Wolf irrte seit mehreren Tagen durch Hamburg. Am Samstagabend war Isegrim noch in den Stadtteilen Blankenese und Othmarschen gesichtet worden. Auch über den Sonntag gingen bei der Polizei immer wieder Anrufe besorgter Bürger ein, die das Tier in den zwei an der Elbe gelegenen eher westlichen Stadtteilen gesehen hatten.

Wolf beißt Frau ins Gesicht

Am Montagabend dann wurde nach Angaben der „Bild“ eine Frau im Stadtteil Altona-Altstadt von dem Wolf im Gesicht verletzt. Der Zwischenfall soll sich auf der Großen Bergstraße ereignet haben. Die Verletzte kam ins Krankenhaus, der Wolf flüchtete.

Isegrim schwimmt in Binnenalster

Der flüchtige Wolf wurde anschließend auf St. Pauli und an den Messehallen gesehen. Die Polizei fand das flüchtige Tier schließlich in der Binnenalster schwimmend und konnten es mit einer Fangschlinge an Land ziehen. Aufgrund der Gegenwehr des Tieres wurde dieses bis zum Eintreffen eines Tierarztes und eines Mitarbeiters des Bezirksamtes Altona durch die Polizisten mit Schilden eingekesselt. Das verängstigte Tier wurde unter Aufsicht des Veterinärs in eine Box verladen und in den Wildpark Klövensteen überführt. Dort verbleibt der Isegrim vorerst bis Dienstag weitere Schritte mit der Umweltbehörde abgestimmt werden können.

Ist der Wolf am Angriff schuld?

Zum aktuellen Zeitpunkt sind Vermutungen über den Hergang des Angriffs schwierig. Ein menschliches Fehlverhalten kann nicht ausgeschlossen werden. Einerseits kann der Wolf bei seiner Odyssee durch die Elbmetropole aus falsch verstandener Tierliebe gefüttert worden sein. Verknüpft ein Wolf Mensch und Futter, kann dies gefährlich werden, da das Tier dann evtl. das Futter vehement einfordert oder es zu Missverständnissen kommt. Andererseits sind die Umstände des Angriffs nicht bekannt. Es ist unter Umständen denkbar, dass die Frau sich vielleicht dem Wolf in der Absicht genähert hat ihn einzufangen, weil sie einen streunenden Hund vermutete. Genauere Informationen werden im Laufe der Woche von den zuständigen Stellen zu erwarten sein.