Afrikanische Schweinepest führt zu Festnahmen in Belgien

Handschellen

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Mehrere Beamte der wallonischen Forstbehörde sind in Belgien im Zusammenhang mit der ASP festgenommen worden. Was genau die belgische Staatsanwaltschaft den Festgenommenen vorwirft, ist noch unklar. 

Seitdem die gefährliche Tierseuche bei Wildschweinen im Dreiländereck Belgien, Luxemburg und Frankreich nahe der deutschen Grenze auf einem Truppenübungsplatz im belgischen Etallé festgestellt wurde, bekommen die dortigen Behörden das Seuchengeschehen nicht unter Kontrolle.

ASP in Belgien nicht aufzuhalten

In Belgien ist es zu Festnahmen im Zusammenhang mit der ASP gekommen. Mehrere Beamte der örtlichen Forstbehörde mussten sich vor Polizei rechtfertigen.

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Bereits im vergangenen September wurden die ersten Fälle der Afrikanischen Schweinepest durch das wallonische Landwirtschaftsministerium bestätigt. Nach Tschechischem Vorbild erklärte man kurz darauf ein 63.000 Hektar großes Gebiet zur Sperrzone, in der eine vollständige Ausrottung des Schwarzwildes vorgenommen werden sollte.

Auch Hausschweinbestände wurden regional vorsorglich gekeult. Mittlerweile kann von mehr als 300 positiv getesteten Kadavern ausgegangen werden. Aufgehalten werden konnte die Seuche trotz der Maßnahmen nicht. Mittlerweile wurden verendete ASP-Sauen direkt an der französischen Grenze gefunden.Die dortigen Behörden reagierten ähnlich den Dänischen mit einem kilometerlangen Grenzzaun.

ASP sorgt für Festnahmen

In Belgien ist es zu Festnahmen im Zusammenhang mit der ASP gekommen. Mehrere Beamte der örtlichen Forstbehörde mussten sich vor Polizei rechtfertigen.

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Wie die Seuche einen mehr als 1.000 Kilometer großen Sprung zum nächsten Seuchenherd im östlichen Europa machen konnte bleibt ein Rätsel. Im Gespräch waren bereits Fernfahrer und das viel diskutierte weggeworfene Wurstbrot. Immerhin befand sich der Erstfundort nahe einem Rastplatz an einer Fernstraße. Aber auch rückkehrende Soldaten von einer internationalen Übung im Baltikum waren als mögliche Verursacher im Gespräch.

Nun scheinen sich Gerüchte in eine andere Richtung zu bestätigen. Nach Ermittlungen und Hausdurchsuchungen kam es Ende vergangener Woche zu mehreren Festnahmen, wie belgische Medien berichten. Unter Verdacht stehen offenbar Beamte der wallonischen Wald- und Forstbehörde. Mindestens einer von ihnen soll bereits im frühen Sommer 2018 auf eine ungewöhnlich hohe Anzahl verendeter Wildschweine gestoßen sein, dies aber nicht gemeldet haben. Die Seuche hatte so möglicherweise Monate lang Zeit sich auszubreiten.

Zu den weiteren Vorwürfen schweigt die zuständige Staatsanwaltschaft laut Medienberichten.

Ein Ansuchen der JÄGER-Redaktion wurde ebenfalls abgelehnt.

Forstbeamte an Wildschweintransporten beteiligt ?

In Belgien ist es zu Festnahmen im Zusammenhang mit der ASP gekommen. Mehrere Beamte der örtlichen Forstbehörde mussten sich vor Polizei rechtfertigen.

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Redaktions-Kontakte in Belgien berichten, dass sich mindestens einer der Verhafteten regelmäßig in Osteuropa aufgehalten haben soll und möglicherweise an Transporten von Wildschweinen aus ASP-Ländern beteiligt gewesen sein könnte. Schon früh nach Ausbruch der ASP in Belgien waren solche Vermutungen laut geworden, konnten bisher aber offiziell nicht bestätigt werden.

Eines ist weiterhin sicher: Ohne menschliches Verschulden ist die tödliche Schweinekrankheit nicht nach Belgien gelangt und nur mit menschlicher Hilfe kann sie jetzt noch davon abgehalten werden auch deutsche Sauen zu infizieren.