Immer im Bilde – die optimale Drückjagdkarte

Drückjagdkarte

©Pauline von Hardenberg

Immer im Bilde – die optimale Drückjagdkarte

Sicherheit und Jagderfolg – für den Jagdleiter die beiden wichtigsten Aspekte einer Drückjagd. Und beidem förderlich ist eine den Schützen ausgehändigte Standkarte. Niklas Scharffetter verrät, wie die optimale Drückjagdkarte auszusehen hätte. Die JÄGER–Standkarte können Sie jederzeit hier herunterladen.

Endlich – Drückjagdsaison! Die Einladungen hängen an der Pinnwand, der Ballistolgeruch erfüllt das heimische Wohnzimmer – es kann losgehen.

DAS EWIGE CHAOS

Ist man nun am vereinbarten Sammelplatz angekommen, nimmt das Chaos jedoch seinen Lauf. Ein Chaos, das wir alle kennen: Wer zu wem, wann geht’s nochmal los, was ist eigentlich frei, wer war doch gleich mein Ansteller? Alles halb so wild, noch ist man ja beieinander, und der Jagdherr hilft bereitwillig, wenn man in der Aufregung die Hälfte wieder vergessen hat. Kaum ist man aber auf seinem Stand angekommen, hat sich in Ruhe eingerichtet und das Gelände observiert, wünscht sich manch einer von uns doch noch ein paar greifbare Informationen zusätzlich.

Drückjagdkarte

©Pauline von Hardenberg

WORAN LIEGT DAS?

Bei manch einem mag es die Aufregung sein, vielleicht sogar, weil es die erste Drückjagd ist, der andere ist sich einfach unsicher und darauf bedacht, keinen Fehler zu machen. Was hier helfen würde, ist eigentlich recht simpel: eine Drückjagdkarte für den Jagdgast. Ich habe schon die unterschiedlichsten Karten ausgehändigt bekommen und möchte Ihnen zeigen, welche Informationen nicht fehlen dürfen und was getrost weggelassen werden kann.

Drückjagdkarte

©Pauline von Hardenberg

Was muss auf die Drückjagdkarte Drauf?

Neben den Zeiten der einzelnen Treiben ist vor allem eine gut erkennbare Topographie für den Schützen von Vorteil. Nicht nur die hier eingezeichneten Stände der Nachbarschützen stellen einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt dar. Auch für die Einschätzung des potenziellen Kugelfangs hilft es, wenn der visuelle Eindruck mit einer Karte bestätigt werden kann. Hilfreich ist es zudem, wenn bekannt ist, von wo und wann in etwa die Treiberwehr und Hunde anrücken. Auf der Rückseite der Karte sollte alles Organisatorische zu finden sein: Telefonnummern, Standnummer und Ansprechpartner sind ein Muss. Zusätzlich sollten alle klassischen Merkmale einer Standkarte vorhanden sein und die Möglichkeit gegeben werden, dass der Jäger sein erlegtes Wild protokollieren oder Anschüsse markieren kann.

Beispiel Drückjagdkarte:

Beispiel Drückjagdkarte: Ob online oder per Hand erstellt, eine durchdachte Drückjagdkarte sorgt für mehr Überblick und Sicherheit, wenn die Schützen und Treiber eine genaue Abbildung des Geschehens vor Augen haben. ©Philipp Refeld

Beispiel Drückjagdkarte: Ob online oder per Hand erstellt, eine durchdachte Drückjagdkarte sorgt für mehr Überblick und Sicherheit, wenn die Schützen und Treiber eine genaue Abbildung des Geschehens vor Augen haben. ©Philipp Refeld

Legende: Die wichtigsten Elemente der Standkarte ©Philipp Refeld

Legende: Die wichtigsten Elemente der Standkarte ©Philipp Refeld

WAS BRINGT ES?

Eine Drückjagdkarte ist im Idealfall mehr als nur eine Standkarte für den Schützen. Denn nicht nur der Schütze hat eine gewisse Sicherheit, wenn er die Informationen stets am Mann hat. Auch der Jagdausrichter profitiert von einer durchdachten Planung. So kann er die Erfahrung vergangener Jagden auswerten, die Treiber besser koordinieren und der Drückjagdvorbereitung gelassener entgegensehen. Auch eventuelle Nachsuchen können vereinfacht werden, wenn der Schütze sich die Karte zur Hilfe nimmt, um seinen Anschuss zu markieren und dem Hundeführer die Fluchtrichtung des Wildes anzuzeigen.

Drückjagdkarte

©Pauline von Hardenberg

WAS IST UNNÖTIG?

Eine durchdachte Drückjagdkarte sollte dem Gast Hilfestellungen geben, also ist ein Verwirrspiel mit zu vielen Informationen eher hinderlich. Man muss nicht wissen, wo auf der nahen Bundesstraße Tempo 30 gilt oder wo Sitz 193 steht, wenn dieser gar nicht im Jagdgebiet liegt. Die Beschränkung aufs Wesentliche ist entscheidend. Was erreicht werden soll, ist eine Bereicherung für Schützen, Treiber und Jagdherrn – und keine Bürokratisierung.

DIGITALES ERSTELLEN EINER DRÜCKJAGDKARTE

Der einmalige zeitliche Aufwand zur Erstellung einer soliden Standkarte für ein zu bejagendes Revier zahlt sich schnell aus. Im Idealfall wird die Karte digital erstellt, so dass neue Erkenntnisse und Veränderungen einfach eingetragen werden können. Neue Sitze beispielsweise können zügig positioniert werden, und Daten wie Adressen und Telefonnummern sind einfach auszutauschen. Neben den herkömmlichen Revierkarten, die der Jagdpächter ohnehin besitzt, leisten hierbei kostenlose Dienste wie GoogleMaps, „opentopomap“ oder andere Onlinequellen gute Dienste.

Drückjagdkarte

©Pauline von Hardenberg

Einfache Kopien, personalisierte Karten, Detailverliebtheit – alles ist möglich, und das für jede Region. Für viele Bundesländer wie etwa Nordrhein-Westfalen gibt es eigene topografische Dienste: www.tim-online.nrw.de. Die Vielzahl der Darstellungsoptionen und Einstellungsmöglichkeiten lassen die optimale Drückjagdkarte schnell entstehen. Probieren Sie es einfach aus! Die JÄGER–Standkarte können Sie jederzeit hier herunterladen.