Die Hitze kocht uns langsam aber sicher. Auch der Hund zuhause ist betroffen und benötigt die Unterstützung des Führers. Damit es Ihnen und Ihrem Hund bei dem heißen Wetter gut geht, geben wir Ihnen nachfolgend zehn Tipps an die Hand, mit denen Sie sicher und unbeschadet durch die Hitze kommen.
1. Hitzschlag beim Hund vermeiden
Dass Hunde kaum schwitzen können, ist bekannt. Sie regulieren ihre Körpertemperatur primär über das Hecheln sowie die große Oberfläche ihrer Nasenschleimhäute. Ein Hitzschlag kündigt sich durch starkes Hecheln, dunkle Zunge, glasigen Blick, Taumeln oder Erbrechen an.
Werden die genannten Symptome festgestellt, zählt jede Minute! Dann gilt: Hund sofort in den Schatten bringen. Dort mit lauwarmem Wasser kühlen (Kopf, Nacken, Bauch, Leistengegend, Pfoten) und Luft zufächeln. Vorsicht: Niemals eiskaltes Wasser verwenden! Das kann zu schwerwiegenden Problemen führen. Umgehend den Tierarzt kontaktieren.
Tipp: Präventiv sollten Spaziergänge und Aktivitäten mit dem Hund bei Hitze auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden gelegt werden.
2. Verbrennungen an den Pfoten vermeiden
An heißen Sommertagen können sich Wege und Straßen innerhalb weniger Minuten auf über 60 Grad Celsius aufheizen! Besonders gefährlich sind Asphaltwege. Diese werden schnell so heiß, dass man Spiegeleier darauf braten könnte – eindeutig zu viel für die empfindlichen Hundepfoten. Mit folgendem Test erkennen Sie die Gefahr sofort: Lässt sich der eigene Handrücken nicht mindestens sieben Sekunden schmerzfrei auf dem Untergrund auflegen, ist dieser definitiv zu heiß für einen Spaziergang mit dem Hund.
Tipp: Meiden Sie Gassirunden zur Mittagszeit. Wer unbedingt raus muss, sollte schattige Wege oder den Wald aufsuchen. Die Hundepfoten nach jedem Spaziergang auf Verletzungen kontrollieren. Bei Anzeichen von Verbrennungen sofort mit lauwarmem Wasser kühlen und den Tierarzt aufsuchen.
3. Den Hund niemals im Auto lassen!
Bereits ab 20 Grad Celsius Außentemperatur kann das Wageninnere in kürzester Zeit „Backofentemperaturen“ erreichen. Ein leicht geöffnetes Fenster verhindert nicht den rasanten Temperaturanstieg. Schon nach zehn Minuten droht dem Hund ein Kreislaufzusammenbruch – im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang.
Lassen Sie Ihren Hund niemals allein im Auto zurück, auch nicht für „fünf Minuten“. Kommt etwas dazwischen, werden aus 5 Minuten schnell mal 15, 30 oder 45 min.! Schattenplätze können Sicherheit vorgaukeln. Wenn die Sonne wandert, war es das mit dem „Schutz“. Entdecken Sie einen fremden Hund in einem abgestellten Fahrzeug, holen Sie sofort Hilfe (Polizei, Feuerwehr; Tel.: 112). Im Notfall darf zur Rettung auch das Fenster eingeschlagen werden.
Tipp: Sollten Sie zum Äußersten greifen müssen (Scheibe einschlagen/Sachbeschädigung), besorgen Sie sich einen Zeugen, dass „Gefahr in Verzug“ bestanden hat! Kann der Einkauf auf den Abend verschoben werden, einfach dann einkaufen, wenn es deutlich kühler geworden ist.
4. Sonnenstich und Sonnenbrand beim Hund gezielt vorbeugen
Haarig kann die Sache bei Hunden werden, die wenig oder sehr helles Fell besitzen (Sonnenbrand). Auch bei älteren Tieren und kurz geschorenen Rassen muss man aufpassen, dass sie keinen Sonnenbrand oder einen Sonnenstich bekommen. UV-Schutz für empfindliche Körperstellen wie Behänge, Nase und Narben ist Pflicht. Bei Anzeichen eines Sonnenstichs (Erbrechen, Schwäche, Bewusstseinsstörungen) gilt: Den Vierbeiner sofort kühlen, in den Schatten bringen und tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Tipp: Verwenden Sie parfümfreie Sonnencremes (LSF 50+) oder Präparate vom Tierarzt. Dabei auch an den eigenen Schutz denken. UV-Strahlung schädigt die Haut massiv.
5. Ausreichend Wasser und Abkühlung sicherstellen
Es klingt so logisch, dennoch wird es immer mal gern vergessen – vor allem bei spontanen Ausflügen. Kühles Wasser sollte im Sommer jederzeit verfügbar sein! Unterwegs empfiehlt es sich, eine große (isolierte) Trinkflasche und einen Napf dabeizuhaben. Hunde profitieren von Abkühlungsmöglichkeiten wie Bächen, Teichen oder sogar einem Planschbecken im Garten. Auch wasserscheue Hunde suchen bei hohen Temperaturen instinktiv das kühle Nass.
Vorsicht bei Hitze: So trinkt der Hund richtig
Nach großer Anstrengung oder längeren Aufenthalten im Wasser sollte der Hund nicht hektisch und unkontrolliert große Mengen Wasser aufnehmen. In seltenen Fällen kann eine übermäßige Wasseraufnahme zu gesundheitlichen Problemen führen. Deshalb den Vierbeiner nach intensiver Belastung zunächst etwas zur Ruhe kommen lassen und ihm das Wasser in mehreren kleinen Portionen anbieten.
Tipp: Das Trinkwasser kann man kühlen, indem man die Flasche in ein nasses Tuch einwickelt und an einen windigen, trockenen Ort stellt. Das verdunstende Wasser entzieht dabei beim Übergang von „flüssig“ in „gasförmig“ dem kostbaren Nass Wärmeenergie. Im Zweifel reicht das nasse T-Shirt oder eine Socke.

Wasser ist Leben: Das gilt vor allem an heißen Sommertagen. Der Fachhandel bietet für Hundehalter zahlreiche Wasserspender an. © Julia Kauer
6. Fellpflege und Kühlhilfen für den Hund bei Hitze
Kühlmatten mit Gel oder feuchte Handtücher können die Körpertemperatur des Hundes senken. Lassen Sie dem Vierläufer immer die Wahl, ob er diese nutzen möchte. Bei langhaarigen Rassen empfiehlt sich im Sommer ein sachgerechtes Trimmen. So wird Wärmestau vermieden, und die Haut kann besser atmen.
Tipp: Wer das nicht selbst machen möchte, findet dabei Hilfe im örtlichen Hundesalon.
7. Ernährung – Bei Hitze nur leichte Kost für den Hund
Bei großer Hitze sollte auf leicht verdauliche Kost gesetzt werden. Ein voller Magen belastet den Kreislauf. Kleine Portionen Eis aus ungesalzener Fleischbrühe bieten Erfrischung und sind eine sinnvolle Belohnung. Herkömmliches Speiseeis ist wegen des enthaltenen Zuckers und der Milch ungeeignet.
Tipp: Beim Füttern mit kleinen Portionen beginnen und lieber noch ein bisschen dazugeben. So schnell verhungert Ihr Vierläufer nicht.
8. Rassespezifische Risiken berücksichtigen
Insbesondere kurzschnäuzige Rassen (z. B. Mops oder Französische Bulldogge) sind hitzegefährdet, da ihre Nasenstruktur die Kühlung erschwert. Hier ist besondere Vorsicht geboten! Diese Hunde sollten an heißen Tagen nur kurz und in schattigen Bereichen ausgeführt werden.
Tipp: Bei entsprechenden Rassen besonders sensibel sein und Hitze meiden.
9. Training an die Temperaturen anpassen
Natürlich kann bzw. sollte man auch im Sommer mit dem Jagdhund trainieren. Steigen die Temperaturen jedoch deutlich über 25 Grad Celsius, sollten die Übungseinheiten auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Zudem gilt: „Weniger ist mehr!“. Statt der Konditionseinheit im Revier kann es auch mal Wasserarbeit sein. Schwimmen stärkt das Herz-Kreislauf-System und trainiert (gelenkschonend) die Muskulatur.
Allerdings ist nicht jedes Gewässer für die Wasserarbeit geeignet. Vorsicht ist im Hochsommer insbesondere bei stehenden oder langsam fließenden Gewässern geboten. Blaualgen können bei hohen Temperaturen massenhaft auftreten und für Hunde lebensgefährlich sein. Verdächtig sind grünlich verfärbtes Wasser, Schlieren oder teppichartige Ablagerungen an der Oberfläche.
Tipp: Vor dem Schwimmen nicht füttern. Kleine Energieriegel oder Gels sind bei Hitze und Wasserarbeit die bessere Wahl. Nach der Wasserarbeit den Hund möglichst davon abhalten, größere Mengen Teichwasser aufzunehmen, und ihm stattdessen frisches Trinkwasser anbieten.
10. Bei Hitze: Erste Hilfe für den Hund
Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set (Verbandsmaterial, Pinzette, Notfallnummern) gehört nicht nur bei sommerlichen Ausflügen zur Grundausstattung jedes Hundehalters. Das Motto muss lauten: Lieber haben, als brauchen. Sinnvoll ist zudem ein digitales Fieberthermometer. Die normale Körpertemperatur des Hundes liegt zwischen etwa 38,0 und 39,0 Grad Celsius. Steigt sie deutlich darüber an oder wird ein Hitzschlag befürchtet, kann eine Temperaturkontrolle wertvolle Hinweise liefern. Ab 40 Grad Celsius Körpertemperatur besteht akuter Handlungsbedarf.
Tipp: Erste-Hilfe-Kurse für Hundehalter helfen, im Notfall die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und vor allem einen kühlen Kopf zu bewahren. Wer vorbereitet ist, kann seinem Vierbeiner im Ernstfall oft entscheidend helfen.
Fazit: So übersteht Ihr Hund die Hitze
Auch bei Hitze kann man mit seinem Hund viel unternehmen. Man sollte dabei nur ein paar Grundregeln einhalten, um die Gesundheit seines Begleiters nicht zu gefährden. Eine der wichtigsten Regeln im Sommer lautet – das gilt für Hund und Mensch – immer genügend Wasser dabei zu haben. Der Fachhandel hält inzwischen jede Menge Kühlboxen, mit und ohne Stromanschluss und in allen Größen bereit. Selbst praktische Miniduschsysteme sind verfügbar. Ist absehbar, dass in der Umgebung kein Gewässer verfügbar ist, sind diese eine gute Alternative.












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