Aujeszky-Krankheit: Was muss ich bei der „Pseudowut“ beachten?

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Für Hunde ist die Aujeszky-Krankheit, auch Pseudowut genannt, eine immer tödlich verlaufende Krankheit. © Unsplash/Nik

Immer wieder kommt es zu tragischen Fällen, in denen sich Hunde bei der Jagd oder Spaziergängen im Wald mit der Aujeszky-Krankheit anstecken. Für die Vierbeiner endet eine Infektion mit der Krankheit, die auch Pseudowut genannt wird, immer tödlich. Was sollte man als Jäger oder Hundehalter beachten, wo ist man besonders gefährdet und wie erkenne ich eine mögliche Infektion? Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) informiert über die Tierseuche.

Was ist die Aujeszky-Krankheit?

Bei der Aujeszky-Krankheit, auch Aujeszkische Krankheit oder Pseudowut, handelt es sich um eine Herpesvirusinfektion, die hauptsächlich Haus- und Wildschweine betrifft. Besonders bei Schwarzwild sind die Krankheitsverläufe meist unauffällig und oft sogar symptomfrei. Schwarzwild bleibt ein Leben lang infiziert, wie Menschen bei Herpesinfektionen auch. Ansteckend sind sie im Falle eines Ausbruchs.

Wie stecken sich Hunde mit der Pseudowut an?

Für Hunde ist das Aujeszky-Virus hochansteckend, es braucht keinen intensiven Kontakt mit Schwarzwild. Stattdessen können sowohl kurzer direkter Kontakt mit infizierten Tieren als auch mit Sekreten des Tieres oder rohem Fleisch für eine Infektion sorgen. Daher sollte der Kontakt mit Schwarzwild geringgehalten werden. Auch sollte man auf die Verfütterung von rohem Wildbret an seine Vierbeiner verzichten. Jagdhunde sollten ebenfalls beim Aufbruch von entnommenem Schwarzwild ferngehalten werden.

Was sind die Symptome der Aujeszky-Krankheit beim Hund?

Die Aujeszky-Krankheit löst bei Hunden tollwut-ähnliche Symptome aus, daher kommt auch der Name Pseudowut. Betroffene Tiere leiden unter anderem an extremem Juckreiz und damit einhergehender Selbstverstümmelung, Abgeschlagenheit und weiteren neurologisch bedingten Problemen wie Schluckproblemen, Krämpfen, Aggressivität und Erbrechen. Der immer vorliegende Angriff des Nervensystems ist auch der Grund dafür, dass die Pseudowut bei Hunden immer tödlich verläuft. Die Symptome entwickeln sich innerhalb von 2 bis 9 Tagen, nur wenige Stunden bis Tage später kommt es zum Tod des betroffenen Tieres.

Wo ist die Gefahr für meinen Hund am größten?

Grundsätzlich gilt: Jedes Schwarzwild könnte potenziell infiziert sein, daher ist die Gefahr dort am höchsten, wo Kontakt mit Wildschweinen möglich ist. In Wäldern können Hunde durch Suhlen Sekrete der Tiere aufnehmen oder direkt mit den Wildtieren in Kontakt kommen. Auch Frischlinge können infiziert und damit ansteckend sein – da die Jungtiere infizierter Bachen allerdings mit Antikörpern zur Welt kommen können, besteht hier ein statistisch geringeres Risiko der Ansteckung. Vorsicht ist dennoch generell geboten.

Bundesweit gibt es zusätzlich Unterschiede in der Verbreitung. Das FLI misst dies an der Seroprävelenz, also an der Häufigkeit von Antikörpern im Blut getesteter Wildschweine- Grundsätzlich gilt Ostdeutschland als weitaus betroffener. Mecklenburg-Vorpommern weist eine Seroprävelenz von bis zu 45% auf. Der Westen ist wesentlich weniger belastet.

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