Wildschwein als Maskottchen: Spezialeinheit stellt Keiler Iratxo vor

Wildschwein und Polizei treffen oft nur bei Wildunfällen aufeinander. Doch eine Spezialeinheit hat ein besonderes Verhältnis zu den Schwarzkitteln.

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Wildschweinen haben bei der Spezialeinheit als Maskottchen eine 45-jährige Tradition. © AdobeStock/Rainer Fuhrmann

Wildschwein und Polizei treffen normalerweise nur bei Wildunfällen aufeinander. Eine spanische Spezialeinheit hat aber ein ganz besonderes Verhältnis zu den Schwarzkitteln.

Elitetruppe mit neuem Maskottchen

Spaniens Guardia Civil hat ein neues Maskottchen. Das Grupo de Acción Rápida (GAR), eine auf Terrorismusbekämpfung und Hochrisikoeinsätze spezialisierte Eliteeinheit mit Sitz in Logroño, stellte Mitte Oktober ein Wildschwein namens Iratxo vor. Die Einheit wird von der Unidad de Acción Rural (UAR) koordiniert, unter deren Dach mehrere Spezialkräfte der Guardia Civil zusammengefasst sind. Jahrzehntelang richtete sich das GAR vor allem gegen die baskische Terrororganisation ETA. Die ETA ist allerdings seit Mai.2018 aufgelöst. Die Spezialeinheit hat aber weiter ihr Aufgabenfeld im Bereich Terrorbekämpfung.

Wildschwein Iratxo: Ein Kobold aus dem Baskenland

Der Name Iratxo stammt aus der baskischen Mythologie. Dort bezeichnet er einen schelmischen, aber nicht bösartigen Kobold, der nachts erscheint und als Rächer und Beschützer der Gerechtigkeit gilt. Auf den Fotos, aufgenommen vom hauseigenen Fotografen Jesús Sanz, steht das Wildschwein in einem Ledergeschirr aufrecht auf den Hinterläufen neben einem uniformierten Beamten. Dem Pürzel nach zu urteilen handelt es sich bei Iraxto noch um ein junges Keilerchen.

Treu, stur, geländegängig

Die Guardia Civil beschreibt ihr Maskottchen als ebenso treu wie imposant. Iratxo sei etwas stur, passe sich aber jedem Gelände an und gehe stets mit festem Schritt voran, heißt es etwas scherzhaft in der Vorstellung. Eine operative Funktion hat das Tier natürlich nicht. Anders als die Diensthunde der Einheit nimmt es nicht an echten Einsätzen teil, sondern tritt nur bei Paraden und offiziellen Anlässen auf.

 

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Wildschwein als Maskottchen: Tradition seit 1981

Wildschweine als Symboltiere haben beim GAR lange Tradition. Sie reicht bis 1981 zurück, zum ersten Jahrestag der Stationierung der Einheit im Baskenland. Dass ausgerechnet Schwarzwild als Sinnbild einer Antiterror-Eliteeinheit dient, passt ins Bild: Denn die Schwarzkittel sind zäh, wehrhaft und anpassungsfähig.

Insgesamt haben bereits sieben Tiere die Einheit durchlaufen. Zuletzt war es Basati (baskisch für „wild“), der 2024 bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag in der Kaserne Intxaurrondo in San Sebastián auftrat. Dort leben auch die „verrenteten“ Maskottchen in einer eigens errichteten, rund 400 Quadratmeter großen Anlage und werden von einem Angehörigen der Spezialeinheit betreut.