Egal welche Hunderasse man jagdlich führen bzw. einarbeiten will, an der Fährtenarbeit kommt man nur schwer vorbei. Es gibt die gespritzte Fährte, die getupfte Fährte und die getretene Fährte. Letztere wird in der Regel zur Einarbeitung der bekannten Schweißhunderassen genutzt.
Angefangen mit der Pansenschleppe, hat der Welpe schnell den Dreh raus und weiß, was von ihm erwartet wird. Ist das der Fall, ist es an der Zeit, auf den Fährtenschuh zu wechseln.

Ohne Mampf, kein Kampf: Am Ende der Fährte wartet der gefüllte Napf auf BGS Eddie. © Christoph Pickel
Und wenn man jetzt die Suchmaschinen des Internets oder auch die Kataloge der großen etablierten Jagdausrüster nach einem passenden Fährtenschuh durchstöbert, bekommt man die verschiedensten Varianten und Ausführungen jeglichen Materials präsentiert. Geht es dann in die Praxis, muss man schnell feststellen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
Fährtenschuhe im Vergleich: Welche Befestigung der Schalen ist sinnvoll?
Manche Fährtenschuhe tragen sich wenig komfortabel, andere sind nicht für die Prüfung zugelassen und wieder andere halten der Dauerbelastung bei der fortwährenden Ausbildung eines jungen Schweißhundes schlicht nicht stand.
Es gibt zwei grundlegende Befestigungsarten der Schalen, und zwar entweder durch eine Einspannvorrichtung hinten am Schuh oder aber, und das ist die einzige Art, die bei uns im Klub für Bayerische Gebirgsschweißhunde in der VSwPO zugelassen ist, mittig unter der Sohle.
Neben der Befestigungsart der Schale kommen dann verschiedene Materialien wie Metall, Gummi und sogar ganz puristisch Holz zum Einsatz.
Gummi, Metall oder Holz: Welches Material bietet den besten Halt?
Diese einzelnen Materialien haben dann den Vor- oder Nachteil in der Flexibilität der Laufsohle, der Stabilität, aber auch der Haltbarkeit des Materials.
Da muss jeder für sich selbst herausfinden, worauf er am besten und vor allem am sichersten laufen kann. Jeder, der schon mal auf Fährtenschuhen gelaufen ist, weiß, wie wackelig dies sein kann, gerade wenn das Gelände ein wenig schroff ist. Die meisten Schweißhundeführer-Sprunggelenke können sicher das eine oder andere Lied davon singen.
Günstige Fährtenschuhe aus Metall im Praxistest
Ich für meinen Teil habe mittlerweile drei verschiedene Schuhe ausprobiert. Anfänglich, als ich meinen Jagdterrier für die eine oder andere Totsuche im heimischen Revier einarbeiten wollte, habe ich mir für knapp 40 Euro günstige Fährtenschuhe aus Metall gekauft, welche man mit zwei Spannriemen am Hacken befestigt und bei denen die Schale dann hinten eingeklemmt wird.
Für mich persönlich die absolute Katastrophe, ich habe auf 500 m Fährtenlänge mehr im Dreck gelegen, als mir lieb war. Aber man muss auch sagen, dass diese fairerweise mit einem Preis um 40 Euro deutlich erschwinglicher sind als die anderen Modelle.
Mit dem ersten Schweißhund zogen dann die Wasgauer-Fährtenschuhe ein. Denn wer einen Schweißhund gewissenhaft ausbilden möchte, wird zwangsläufig 1x die Woche auf Fährtenschuhen stehen und dann einen stabilen Schuh zu schätzen wissen. Die Wasgauer sind komplett aus Gummi gefertigt und gehen über die komplette Sohle. Oberhalb werden sie mit 2 Gurten am Stiefel befestigt.
Wasgauer-Fährtenschuhe im Test: Flexible Sohle und zentrierte Klemmung
Die Schale wird in der Mitte mit 2 Schrauben und einem Metallblech eingespannt. Das Laufen mit dem Schuh ist verhältnismäßig bequem, so bequem es denn sein kann mit den Schalen einer Sau oder eines Stückes Rotwild unter dem Fußbett.
Beim Einspannen von kleineren Schalen wie zum Beispiel vom Rehwild muss mit einem Zwischenstück getrickst werden, damit es nicht herausrutscht.

Komfortabel, aber nicht für die Ewigkeit: Mit dem Wasgauer-Fährtenschuh läuft es sich sehr bequem. © Christoph Pickel
Bei mangelnder Pflege der Schrauben an der Einspannvorrichtung kann es dazu kommen, dass diese „festgammeln“ und aus dem Schuh ausreißen, dies wäre dann das Ende des Schuhs.
Den Vorteil beim Wasgauer sehe ich persönlich darin, dass die Sohle weich und flexibel ist und der Fuß dadurch besser bzw. natürlicher abrollen kann.
Nachteile der Wasgauer-Fährtenschuhe: Werkzeug und Verschleiß
Zum Einspannen der Schale bedarf es leider eines 13er-Maulschlüssels, der also zwingend mitzuführen ist.
Neuwertig hat der Wasgauer an der Sohle Spikes aus Gummi, diese reißen aber alsbald ab und verabschieden sich nach und nach. Je nachdem, wie intensiv man den Schuh nutzt, reißen dann auch irgendwann die Gummilaschen für die Befestigungsgurte am Stiefel.

Der Grip lässt nach, wenn die „Spikes“ verloren gehen und man braucht immer einen passenden Maulschlüssel. © Christoph Pickel
Ich habe mir behelfsweise mit Karosseriekleber und ein paar Schrauben beholfen und die Schuhe unter ein paar ausrangierte Jagdstiefel geklebt/geschraubt.
Fährtenschuhe aus Holz: Eine Alternative für Schweißhundeführer?
Viele meiner Schweißhundeführerkollegen schwören auf ein Modell aus Holz, welches von Aduro vertrieben wird. Doch der Gedanke, mit zwei „Holzklötzen“ unter den Füßen durch den Wald zu stiefeln, widerstrebt mir irgendwie.
Dennoch hat auch dieses Modell viele Anhänger. Leider wird auch hier wieder Werkzeug benötigt, um die Schalen einzuspannen. Nachdem ich zwei Paar Wasgauer-Fährtenschuhe verschlissen hatte, habe ich mich mal wieder auf dem Fährtenschuh-Markt umschauen wollen und bin auf M. Völker, einen Kollegen aus der sächsischen Schweißhundeführerszene, gestoßen.
Fährtenstampfer von M. Völker: Leicht, stabil und ohne Werkzeug
Dieser baut seine „Fährtenstampfer“ selber. Dies zwar nur in sehr kleiner Stückzahl, aber dafür von guter Qualität. Der Fährtenschuh ist sehr schmal und dünn, aber äußerst stabil verarbeitet. Das Schuhmaterial ist hochwertiges PVC und tatsächlich extrem leicht.

Für die Ewigkeit gemacht: Material und Spikes des „Fährtenstampfer“ sind ausgesprochen robust. © Christoph Pickel
Ganz besonders hervorheben muss man die Einspannvorrichtung für die Schalen. Man kann fast jede Größe an Schalen, egal ob Reh-, Rot- oder Schwarzwild, fest und vor allem ohne Werkzeug einspannen. Die Spikes sind aus VA-Stahl und nahezu unverwüstlich.
Der Nachteil: Starre Sohlen erschweren das Abrollen
Leider ist aber auch bei diesem Schuh die Sohle steif. Mein Vorderfuß rollt einfach schlecht ab und die Stabilität beim Gehen lässt zumindest unter meinen Füßen zu wünschen übrig. Dies ist der einzige Grund, warum mein Weg dann doch wieder zurück zu den Fährtenschuhen von Wasgau führte.
Fazit: Welche Fährtenschuhe eignen sich für die Schweißhundearbeit?
Abschließend muss man feststellen, dass jeder, der praxisgerechte und regelmäßige Fährtenarbeit betreiben möchte, an einem hochwertigen Fährtenschuh einfach nicht vorbeikommt.

Schnellverschluss: Der „Fährtenstampfer“ ist der einzige Schuh, der werkzeuglos die Schale festklemmt. © Christoph Pickel
Ob man nur mit flexibler Sohle laufen kann oder auch auf einer starren, das muss jeder für sich selber testen.
Darauf kommt es bei guten Fährtenschuhen an!
Bei der Auswahl eines geeigneten Fährtenschuhs spielen mehrere Eigenschaften eine wichtige Rolle.
Guter Halt der Schale: Nichts ist lästiger als eine Schale, die sich nur umständlich einspannen lässt und womöglich im Verlauf der Fährte unbemerkt aus der Klemmung rutscht.
Tragekomfort: Klar gelingt mit bis zu 250 Gramm Schwarzwildschale unterm Fuß kein Catwalk, aber wenn man die Übungsfährten für die Verbandsprüfungen tritt, sollte man 2 km doch ohne schwere Stürze bewältigen können.
Bodenverwundung: Die Bodenverwundung auf der Fährte sollte zu den Vorgaben der jeweiligen Prüfungsordnung passen. Fährtenschuhe wie der Wasgauer, die Holzmodelle oder auch der Fährtenstampfer erfüllen diese Voraussetzungen zum Beispiel für den Klub für Bayerische Gebirgsschweißhunde.
Anwenderfreundlichkeit: Eine werkzeuglose Klemmung ist natürlich Goldstandard, andernfalls muss man die Schale mit einem Schraubenschlüssel öffnen sowie schließen, was mit nassen, klammen Fingern durchaus umständlich sein kann.









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