Im Salzburger Pinzgau hat sich am vergangenen Wochenende ein schwerer Jagdunfall ereignet. Beim Bergen eines erlegten Hirsches am Platteck im Rauriser Mittergebirge kam der erlegte Hirsch am Hang ins Rutschen. Ein hangabwärts stehendender Jagdhelfer konnte nicht mehr ausweichen. Der Hirsch rutschte auf die Wade des Mannes und verletzte ihn dabei schwer. Aufgrund des unwegsamen Geländes war Rettung aus eigener Kraft unmöglich. Der Jagdhelfer war selber Mitglied der Rauriser Bergrettung und rief seine Kameraden via Notruf.
Rettungseinsatz nach dem Jagdunfall: Bergung im schwierigen Gelände
Weil eine direkte Rettung aus der Luft im steilen, dicht bewaldeten Gelände zunächst nicht möglich war, musste der Verletzte mithilfe des Rettungshubschraubers Alpin Heli 6 aus dem schwierigen Terrain geborgen werden. Nach der Erstversorgung durch Notarzt und Bergretter vor Ort flog die Besatzung den Jagdhelfer ins Tauernklinikum Zell am See.
Jagdunfälle bei der Wildbergung: eine unterschätzte Gefahr
Der Vorfall aus Rauris ist sicherlich kein klassischer Jagdunfall im eigentlichen Sinne. Er zeigt jedoch, dass auch jenseits der Sicherheit bei Waffenhandhabung und Schussabgabe Gefahren lauern. Ein mehrere Zentner schweres Stück lässt sich am Hang kaum mehr stoppen, sobald es einmal ins Rutschen gerät. Für Jäger und Jagdhelfer gilt deshalb: Auch beim Bergen eines bereits erlegten Stücks im Steilgelände ist höchste Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall muss mehr Aufwand betrieben werden. Entweder man holt mehr Helfer und vielleicht sogar Technik zur Hilfe. Oder man beginnt den Hirsch im Revier zu zerlegen und transportiert die Einzelteile ab. Selbst in den Tiefen des deutschen Jagdrechts gibt es den Passus der diese Möglichkeit vorsieht. Die Tier-LMHV schreibt dazu: „Das Enthäuten und eine Zerlegung von Großwild am Erlegeort ist nur zulässig, wenn der Transport sonst nicht möglich ist.“ Nach Abwägung der Risiken sollte vor allem bei der Bergung eines schweren Stücks wie einem Rothirsch in steilem Gelände Grund genug vorhanden sein, um selbst den kritischsten Amtsveterinär zu überzeugen.









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