Landeswaldtag 2026: Mecklenburg-Vorpommern setzt auf klimaresiliente Wälder

Beim Landeswaldtag 2026 in Rostock standen Klimaschutz, Waldumbau und moderne Forstwirtschaft im Mittelpunkt. Mecklenburg-Vorpommern will seine Wälder widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen und setzt dabei auf Aufforstung und klimastabile Mischwälder.

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In Mecklenburg-Vorpommern steigt die Waldbrand-Gefahr. © Unsplash/Matthias Pens

Landeswaldtag 2026 bringt Forstwirtschaft und Bevölkerung zusammen

Der 15. Landeswaldtag fand gemeinsam mit dem 13. Rostocker Waldtag im Stadtforstamt Rostock statt. Damit kommen Landesforst und Kommunalwald zusammen. Für Klimaschutz- und Forstminister Dr. Till Backhaus ist diese Zusammenarbeit entscheidend, denn die Herausforderungen für den Wald könnten Land, Kommunen und private Waldbesitzer nur gemeinsam bewältigen.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über rund 558.000 Hektar Wald. Damit ist etwa ein Viertel der Landesfläche bewaldet. Rund 41 Prozent davon sind Landeswald und etwa 40 Prozent Privatwald. Insgesamt gibt es im Land rund 45.000 Waldbesitzer.

Klimawandel setzt deutschen Wäldern zu

Wälder erfüllen zahlreiche Funktionen: Sie sind Lebensraum, Erholungsgebiet, Wasserspeicher, Arbeitsplatz und Rohstofflieferant. Gleichzeitig spielen sie eine wichtige Rolle für den Klimaschutz. In Deutschlands Wäldern sind einschließlich Waldböden und Streu rund 2,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert.

Allerdings zeigen die Ergebnisse der Bundeswaldinventur die Folgen des Klimawandels. Zwischen 2017 und 2022 sank der Kohlenstoffvorrat der deutschen Wälder um rund 41,5 Millionen Tonnen. Der Wald entwickelte sich in diesem Zeitraum erstmals seit Jahrzehnten von einer Kohlenstoffsenke zu einer Kohlenstoffquelle. Als Ursachen gelten unter anderem Dürre, Hitze, Schädlingsbefall und ein geringerer Holzzuwachs.

Mecklenburg-Vorpommern investiert in neuen Wald

Mit der Initiative „Unser Wald in MV“ investiert Mecklenburg-Vorpommern seit 2020 insgesamt 20 Millionen Euro in die Aufforstung. Rund 1.400 Hektar neuer Wald sind bereits entstanden. Das entspricht etwa 11,2 Millionen gepflanzten Bäumen.

Bis 2030 sollen insgesamt 4.380 Hektar neuer Wald entstehen. Dabei kommen unter anderem klimaangepasste Baumarten wie Buche und Traubeneiche zum Einsatz. Ziel sind widerstandsfähigere und vielfältigere Wälder.

Landeswaldtag 2026: Mischwälder gewinnen an Bedeutung

Auch bundesweit verändert sich die Zusammensetzung der Wälder. Mittlerweile sind 79 Prozent der Wälder Mischwälder. Die Fläche der Laubbäume ist innerhalb von zehn Jahren um rund sieben Prozent gestiegen. Gleichzeitig nahm der durchschnittliche Totholzvorrat zu – eine wichtige Entwicklung für Artenvielfalt und Strukturreichtum.

Wie groß der Handlungsbedarf bleibt, zeigt unter anderem die Fichte: Ihr Holzvorrat ging zwischen 2012 und 2022 bundesweit um 16 Prozent zurück. Dürre, Insekten und andere Schäden treiben den Waldumbau weiter voran.

Nachhaltige Holznutzung gehört zum Waldumbau

Für Backhaus sind Waldschutz und Holznutzung keine Gegensätze. Nachhaltig genutztes Holz kann Kohlenstoff langfristig speichern und energieintensive Materialien ersetzen. Waldschutz, Waldumbau und nachhaltige Forstwirtschaft müssten deshalb zusammengedacht werden.

Passend zum Motto „Wald, Holz und Technik“ zeigt der Landeswaldtag außerdem, wie moderne Forstwirtschaft funktioniert. Besucher können unter anderem Harvester und Forwarder, Pferderückung und Baumkletterer erleben. Ergänzt wird das Programm durch Informationen zu Waldgesundheit, Ausbildung und Waldumbau sowie waldpädagogische Angebote. Ziel ist es, die Wälder Mecklenburg-Vorpommerns langfristig als Lebensraum, Klimaschützer, Erholungsraum und Wirtschaftsfaktor zu erhalten.

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