Ochsenfrosch breitet sich as: Invasive Art wird intensiv bejagt

In Deutschland sorgt der Ochsenfrosch für Probleme. Die invasive Art aus Amerika ist vor allem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verbreitet. Nun werden die Frösche dort intensiv bejagt. 

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In Deutschland breitet sich der Ochsenfrosch aus. Einige Länder reagieren mit konsequenten Maßnahmen. © Unsplash/Dulcey Lima

Der Ochsenfrosch kommt eigentlich aus Amerika, er ist in den USA, Mexiko und Kanada heimisch. In Deutschland wurden die Tiere von Menschen ausgesetzt, sie gelten als invasive Art, die heimische Tierarten bedroht. Besonders in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird daher auf intensive Bejagung gesetzt. Wie genau wurde der Ochsenfrosch hierzulande zum Problem – und wie sehen die konkreten Maßnahmen aus?

Ochsenfrosch in Deutschland: Probleme für heimische Tierarten

Viele heimische Amphibien haben es nicht leicht in Deutschland. Sie stehen auf dem Speiseplan vieler Wildvögel und anderer Tiere. Der Ochsenfrosch wird allerdings bis zu 25 Zentimeter groß und hat hier daher keine natürlichen Fressfeinde. Außerdem pflanzen sich die Amphibien sehr schnell fort. Laut Regierungspräsidium Karlsruhe – in Karlsruhe sind die Tiere besonders verbreitet – stehen zusätzlich teils gefährdete Tierarten auf dem Speiseplan der Ochsenfrösche: Neben Algen und Fischen ernährten sie sich auch von anderen Fröschen oder Vögeln.

Gefährdete Amphibien leiden unter Ausbreitung intensiver Art

Zusätzlich enthalten Ochsenfrosch-Eier ein Gift, welches Eiern anderer Tierarten im gleichen Gewässer schaden kann. Gerade für gefährdete Amphibienarten ist das ein großes Problem. Auch kann der Frosch Krankheiten auf andere Amphibien übertragen. Für die heimische Fauna und das Ökosystem stellt die invasive Art also ein ernsthaftes Problem dar.

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ergreifen Maßnahmen

Deshalb haben sich viele betroffene Regionen – primär Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz – dazu entschieden, Maßnahmen gegen den Ochsenfrosch zu ergreifen. So dürfen Fachleute die Amphibien mit Kleinkaliberwaffen entnehmen. In der Region Karlsruhe, die besonders stark von der Ausbreitung der Ochsenfrösche betroffen ist, hat man die Bejagung über die vergangenen Jahre stetig intensiviert. Im Jahr 2025 wurden etwa 7.000 Frösche in Karlsruhe getötet. Das ist ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr.

Gleichzeitig zielen weitere Maßnahmen darauf ab, das Populationswachstum einzuschränken. Dafür wurden zusätzlich 16.000 Kaulquappen mit Keschern, Netzfallen oder Tauchgängen gefangen. Auch Amphibienzäune und Spürhunde werden eingesetzt.

Bundesländer reagieren auf Ochsenfrosch: Hohe Kosten

Viele Maßnahmen kosten die Länder dabei viel Geld. Laut Umweltministerium wurden alleine in Rheinland-Pfalz über 113.000 Euro alleine für Zäune ausgegeben. Für 2026 sind bereits 77.000 Euro diesbezüglich beantragt.

Dabei können die Ergebnisse erstmal ernüchternd wirken. In Rheinland-Pfalz ist die Ochsenfrosch-Population im vergangenen Jahr stabil geblieben. Für das Umweltministerium in Mainz ist genau das allerdings ein Erfolg. Denn es ist davon auszugehen, dass die Population ohne Maßnahmen vermutlich stark gestiegen wäre. Eine ähnliche Entwicklung gab es in der Region Kassel. Zusätzlich haben Ochsenfrösche dort im vergangenen Jahr keine neuen Gewässer besiedelt – ein weiterer Erfolg.

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