Goldschakal in Schleswig-Holstein: Erstes Territorium nachgewiesen

In Schleswig-Holstein gibt es nun das erste Goldschakal-Territorium. Zwei Tiere sind sicher im Kreis Plön nachgewiesen. Der Landesjagdverband reagiert auf die Meldung und stuft sie als fachlich bedeutsam ein.

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In Schleswig-Holstein gibt es nun ein Goldschakal-Territorium. © Unsplash/jcmenon

Der Geschäftsführer vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein, Marcus Böhmer, äußert sich zu dem Nachweis im Kreis Plön: „„Der Goldschakal ist kleiner als der Wolf, scheuer als viele vermuten und für Schleswig-Holstein ist das Goldschakal-Paar ein bemerkenswerter faunistischer Nachweis. Jetzt kommt es darauf an, seine Ausbreitung fachlich sauber zu dokumentieren und die Entwicklung aufmerksam zu begleiten.“

Goldschakal-Territorium in Schleswig-Holstein nachgewiesen

Der Nachweis erfolgte Berichten zufolge durch das artspezifische Heulen. Dieses wurde innerhalb von etwa zwei Wochen auf neun Tonaufnahmen dokumentiert, wobei gleich zwei Tiere zu hören waren. Die Aufnahmen gelten als verlässlicher Nachweis der Kategorie C1.

Standort der Tiere bleibt vorerst geheim

Im Gegensatz zu anderen Tieren besiedeln Goldschakale eher kleine Territorien von etwa zwei bis zehn Quadratkilometern. Gleichzeitig reagieren die Tiere laut Landesamt für Umwelt (LfU) empfindlich auf etwaige Störungen. Nicht zuletzt deshalb will das Amt den genauen Standort des Territoriums nicht preisgeben.

Goldschakal: Neue Raubtierart in Deutschland

Wie erkenne ich einen Goldschakal? Optisch sowie größentechnisch liegt das Tier etwa zwischen Wolf und Fuchs. Als typisch gilt das gelb-graue Feld mit teils rötlichem Einschlag. Die Tiere gelten als anpassungsfähig und ernähren sich unter anderem von Vögeln, Reptilien und Amphibien, von denen viele Arten in Deutschland als bedroht gelten. Sie können aber auch Wild- und Nutztiere reißen. Meist leben die Raubtiere in kleinen Familienverbänden oder Paaren.

LJV: Nachweis von hoher Relevanz für Jagd, Naturschutz und Monitoring

Laut LJV ist der Nachweis von hoher Relevanz für Jagd, Naturschutz und Monitoring. So müssen neue Tierarten, wie nun der Goldschakal, rechtzeitig erfasst und fachlich eingeordnet werden, um Entwicklungen belastbar bewerten zu können. Der Verband sieht in dem Nachweis einen wichtigen Anlass, das Wildtiermonitoring im Land weiter konsequent zu stärken. Nur mit belastbaren Daten lassen sich neue Entwicklungen in der Tierwelt sachgerecht bewerten und einordnen. Zuvor gab es in Schleswig-Holstein einen brisanten Auftritt eines Goldschakals, der auf Sylt dutzende Nutztiere riss. Von diesem Tier fehlt bis heute allerdings jede Spur.

Die gesamte Meldung des LJV lesen Sie hier.

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