Wolf nach Vorfall in Hamburg verlegt – DJV fordert Wolfsmanagement

Nach dem Vorfall in Hamburg wurde der Wolf in eine Auffangstation gebracht. Der DJV fordert Konsequenzen – viele Fragen zum Hergang bleiben offen.

brianna-r-hOGzDomlbIY-unsplash

In Hamburg soll ein Wolf mitten in der Stadt eine Frau gebissen haben. © Unsplash/Brianna R.

Nach dem Vorfall mit einem mutmaßlichen Wolf in Hamburg ist das Tier inzwischen aus der Hansestadt gebracht worden. Wie ein Sprecher der Umweltbehörde erklärte, sei der Wolf nach einem kurzen Aufenthalt im Wildgehege Klövensteen in eine Wildtierauffangstation in Niedersachsen verlegt worden. Dort habe er ein „vorläufiges Zuhause“ gefunden. Ob das Tier dauerhaft dort bleiben kann, ist derzeit noch unklar.

DJV fordert Konsequenzen nach Vorfall in Hamburg

Der Deutsche Jagdverband (DJV) reagierte mit deutlichen Worten auf das Geschehen. In einer Stellungnahme fordert der Verband ein konsequentes Wolfsmanagement. DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke erklärte: „Der Angriff zeigt in aller Deutlichkeit, dass der Wolf ein Wildtier ist – und bleiben muss. Das heißt: Er muss durch jagdliches Management lernen, sich vom Menschen fernzuhalten.“

Der Verband sieht in dem Vorfall ein Beispiel dafür, dass ein kontrolliertes Bestandsmanagement notwendig sei, um Konflikte zwischen Mensch, Wolf und Weidetieren zu reduzieren. Gleichzeitig appelliert der DJV an die Bundesländer, die neuen Regelungen aus dem Bundesjagdgesetz zügig umzusetzen.

Hergang des Vorfalls weiterhin nicht abschließend geklärt

Ob es sich bei dem Vorfall tatsächlich um einen gezielten Angriff eines Wolfs handelt, ist weiterhin nicht abschließend bestätigt. Nach bisherigen Angaben soll eine Frau am Montagabend im Hamburger Stadtteil Altona im Gesicht verletzt worden sein.

Mehreren Zeugenaussagen nach soll sich das Tier zuvor in einer Einkaufspassage beziehungsweise in einem Supermarktbereich aufgehalten haben. Die Frau habe möglicherweise versucht, den Wolf aus dem Gebäude zu führen. Offizielle, detaillierte Erkenntnisse zum genauen Ablauf liegen bislang jedoch nicht vor.

Wolf zuvor mehrere Tage im Stadtgebiet unterwegs

Nach Angaben der Hamburger Umweltbehörde war der Wolf bereits seit dem Wochenende im Westen der Stadt Hamburg gesichtet worden – unter anderem in Blankenese, Nienstedten und im Bereich des S-Bahnhofs Othmarschen.

Am Montagabend, 30. März, wurde das Tier schließlich in der Innenstadt entdeckt. Einsatzkräfte konnten den Wolf an der Binnenalster sichern, nachdem er dort ins Wasser geraten war. Anschließend wurde er in den Wildpark Klövensteen gebracht.

Mehr zum Thema

Politische Debatte gewinnt an Fahrt

Der Vorfall sorgt auch politisch für Diskussionen. Während der DJV ein stärkeres Wolfsmanagement fordert, verlangen politische Stimmen eine schnellere Umsetzung der neuen jagdrechtlichen Regelungen.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von JÄGERMAGAZIN (@jaegermagazin)

Erst vor wenigen Tagen hatte der Bundesrat Änderungen am Bundesjagdgesetz beschlossen, die unter bestimmten Voraussetzungen auch ein aktiveres Wolfsmanagement ermöglichen sollen. Allerdings liegt die konkrete Umsetzung weiterhin bei den Bundesländern.

Unklar ist weiterhin, warum sich das Tier über mehrere Tage hinweg im Stadtgebiet aufhielt und wie es zu der Situation in Altona kommen konnte. Fachleute verweisen darauf, dass junge Wölfe auf der Suche nach einem eigenen Revier teils große Distanzen zurücklegen und dabei auch in Siedlungsnähe auftauchen können. Die zuständigen Behörden haben angekündigt, den Vorfall weiter zu prüfen.

Der JÄGER bleibt am Thema dran

Der Vorfall in Hamburg zeigt, wie komplex das Thema Wolf inzwischen geworden ist – zwischen Artenschutz, öffentlicher Sicherheit und gesellschaftlicher Akzeptanz. Auch der JÄGER wird die Entwicklung weiter intensiv begleiten und einordnen. Neben der aktuellen Berichterstattung stehen dabei insbesondere grundlegende Fragen im Fokus:
Wie belastbar sind die aktuellen Wolfszahlen? Welche Maßnahmen sind im Wolfsmanagement tatsächlich wirksam? Wie sieht die rechtliche Lage im internationalen Vergleich aus? Und welche Rolle spielt die Jagdpraxis künftig konkret?

Haben auch Sie konkrete Fragen? Dann schreiben Sie uns gern eine E-Mail an [email protected].