Diesel-Leck gefährdet Biber: Polizei ermittelt

Nach der Beschädigung einer Diesel-Pipeline könnte das Ausmaß der Umweltschäden fatal sein. Auch für Wildtiere stellt der Austritt von Diesel eine große Gefahr dar. Besonders Biber sind von dem Leck betroffen.

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Wegen eines Diesel-Lecks sind mehrere Biber in akuter Gefahr. © Pixabay/Ralf Schick

In Wiebelsheim im Rhein-Hunsrück-Kreis (Rheinland-Pfalz) haben unbekannte Täter ein Leck an einer Diesel-Pipeline verursacht. Das Ausmaß der Umweltschäden ist bislang unbekannt. Laut Mitteilung des Umweltministeriums ist die ausgetretene Menge an Dieselkraftstoff bislang nicht einschätzbar. Michael Ebling (SPD) und Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) nahmen den Schaden nach der Tat in Augenschein.

Diesel-Pipeline beschädigt: Polizei ermittelt gegen unbekannte Täter

„Die Kriminalpolizei ermittelt mit Hochdruck, um die Schuldigen an der illegalen Manipulation zu identifizieren“, erklärt der Innenminister. Aktuell gehe man nicht von einem politisch motivierten Sabotageakt aus, stattdessen handelt es sich wahrscheinlich um eine finanziell motivierte Straftat, bei der die Täter das Leck nutzten, um den Kraftstoff selbst abzupumpen. „Den Modus operandi kennen wir aus anderen Bundesländern, hier agierten Täter mit Expertenwissen und krimineller Energie“, so Ebling. Dabei hätten sie auch in Kauf genommen, dass erhebliche Umweltschäden entstehen.

Laut einer Sprecherin der Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises sei der Dieselkraftstoff in einen nahegelegenen Bach gelaufen, bis das Leck geschlossen wurde. Vereinzelt ist der Kraftstoff auch in den Boden gesickert. Nach dem Vorfall wurden Ölsperren installiert – der betroffene Boden werde ausgehoben und entsorgt.

Auch Biber und andere Tiere von Kraftstoff-Austritt betroffen

Umweltministerin Katrin Eder dankte den Menschen, „die den Diesel-Geruch gemeldet haben sowie allen Einsatzkräften, die sich darum kümmerten, dass das Leck schnell geschlossen werden konnte und mit Ölsperren dafür sorgten, dass nicht noch mehr Boden und Wasser verseucht werden“. Expertinnen und Experten aus dem Gewässer- und Naturschutz kontrollierten die Maßnahmen vor Ort.

„Es wird weiterhin Öl abgesaugt und kontaminierter Boden abgetragen“, erklärte Eder. „Zudem wird versucht, die dort ansässigen Biber – eine streng geschützte Art – zu fangen, von Öl zu reinigen und an anderer Stelle wieder auszusetzen, da deren Biberburgen von einem Ölfilm überzogen sind.“

Aber nicht nur der Biber könnte von dem Diesel-Leck betroffen sein. Weitere Auswirkungen auf die lokale Natur und Fauna könne man derzeit allerdings nicht abschließend beurteilen, wie die Kreisverwaltung mitteilt.

Diesel-Leck: Polizei geht von bewusster Manipulation aus

Derweil laufen auch die Ermittlungen zu den bislang unbekannten Tätern. Diese sollen nach Vermutungen der Polizei die Diesel-Pipeline absichtlich manipuliert haben, um den Kraftstoff abzupumpen. Die Kriminaldirektion Koblenz hat zur Klärung des Vorfalls eine Ermittlungsgruppe gebildet.

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