Waschbär-Jagd: Neuer Rekord in Deutschland

Der Waschbär bleibt als invasive Art in Deutschland ein Problem für die heimische Fauna. Der Deutsche Jagdverband (DJV) konnte bei der Entnahme der invasiven Raubtiere in den vergangenen Jahren wachsende Erfolge feststellen. Was geht aus dem Monitoring hervor?

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Laut DJV wird die Jägerschaft bei der Entnahme von Waschbären immer erfolgreicher. © Pixabay/Alexa

In den letzten 10 Jahren hat sich die Anzahl der durch Jäger erlegten Waschbären mehr als verdoppelt. 284.220 Waschbären haben Jägerinnen und Jäger im Jagdjahr 2025/25 entnommen. Das geht aus einer Mitteilung des DJV hervor. Die Fangjagd auf die invasive Art in Deutschland ist demnach von hoher Relevanz für die lokale Artenvielfalt. In der Laichzeit sind besonders die oft gefährdeten Amphibien bedroht.

Waschbär-Jagd in Deutschland: Erfolgreiche Entnahme der invasiven Art

Die vorliegende Jagdstatistik zeigt den Erfolg, der bei der Waschbär-Jagd in den vergangenen Jahren verbucht wurde. Mit 284.220 erlegten Tieren kam es im vergangenen Jagdjahr zu doppelt so vielen Entnahmen wie noch vor 10 Jahren, und damit sogar 10-mal so viele wie vor 20 Jahren.

Mit Beginn der Laichzeit im Frühjahr sind besonders Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche von der Präsenz des invasiven Waschbären bedroht. Das Raubtier fängt die Amphibien gezielt an Laichgewässern und Amphibienzäunen ab. Die invasive Art trägt dadurch maßgeblich zur Gefährdung der in großen Teilen sowieso bedrohten Tiere bei. Die Waschbär-Jagd ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Fallenjagd mit erheblicher Relevanz im Waschbär-Management

Die Fallenjagd ist beim Waschbär-Management laut DJV essenziell. Laut dem Monitoringprogramm WILD werden 4 von 10 Waschbären aus der Jagdstatistik mit Lebendfallen gefangen. Der DJV fordert deshalb ein klares Bekenntnis der Politik zur Fangjagd.

Der Waschbär, der ursprünglich aus Nordamerika stammt, ist inzwischen in über zwei Dritteln der Jagdreviere in Deutschland nachgewiesen, die das WILD-Monitoring abdeckt – etwa ein Drittel der land- und forstwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands. In Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind es sogar 90 Prozent der Jagdreviere.

Hessen: Universität weist Gefahr für Amphibien nach

Hessen ist als eines der am meisten betroffenen Bundesländer besonders gut auf die negativen Auswirkungen des Waschbären auf Amphibien untersucht. Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt konnten über DNA-Proben des Mageninhalts nachweisen, dass Waschbären sowohl erwachsene Tiere wie auch deren Laich fressen. Davon ist beispielsweise die stark gefährdete Gelbbauchunke betroffen.

Laut DJV bleibt die Waschbär-Jagd ein wichtiger Beitrag, den die Jägerschaft zum Erhalt der heimischen Biodiversität leistet.

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