Kegelrobben getötet: Zwei Fischer sollen verantwortlich sein

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47 Kegelrobben sind im Herbst 2027 tot vor Rügen gefunden worden. © Unsplash/Diana Parkhouse

Im Oktober 2024 sorgte der Tod mehrerer Kegelrobben auf Rügen für Aufruhr. Nun macht die Staatsanwaltschaft zwei Fischer für die tragischen Vorfälle verantwortlich. Auf diese kommen nun strafrechtliche Konsequenzen zu.

Kegelrobben vor Rügen verendet: Gericht sieht zwei Fischer in der Verantwortung

Zahlreiche Kegelrobben starben im Herbst 2024 in den Gewässern vor Rügen. Infolgedessen hat das Amtsgericht Stralsund gegen zwei Fischer erlassen. Diese sollen für den Tod der geschützten Tiere verantwortlich sein. Das hat jetzt Konsequenzen: Die Fischer sollen je drei Monatseinkommen Strafe zahlen.

Am Montag (16. Februar 2026) teilte das Gericht der Staatsanwaltschaft die Ermittlungsergebnisse mit. Über den Vorfall berichtete unter anderem der NDR. Demnach sollen die beiden Beschuldigten im Oktober 2024 eine Schwimmreuse in der Nähe des Thiessower Haken im Südosten Rügens betrieben haben. Bei den regelmäßigen Kontrollen dieser Reuse, die sie zum Fischfang betrieben, fiel ihnen demnach auf, dass sich in der Reuse immer wieder Kegelrobben verfingen. Mehrere Tiere erstickten.

Mehrere Robben in Fischreuse vor Rügen erstickt?

Auch nach der Entdeckung hätten die Fischer der Mitteilung zufolge nichts unternommen, um weitere Robben davor zu bewahren, sich in der Reuse zu verfangen. „Hierdurch verendeten mindestens fünf Kegelrobben“, erklärte das Amtsgericht. Und das hätten die beiden Fischer, 43 beziehungsweise 66 Jahre alt, zumindest billigend in Kauf genommen.

Die genaue Höhe der Geldstrafe, die die beiden Fischer bezahlen müssen, nennt das Gericht nicht. Es soll sich aber um drei Monatsgehälter handeln. Die beiden Fischer haben nun Einspruch eingelegt und wollen auf rechtlicher Ebene gegen den Strafbefehl vorgehen, wie ein Sprecher des Gerichts gegenüber dem NDR mitteilte.

Kegelrobben vor Rügen: Dutzende Tiere sterben

Dem Prozess ging das zahlreiche Sterben von Kegelrobben in der Region um Rügen voraus. Ab Oktober wurden im Herbst 2024 47 tote Roben vor der Insel gefunden. Das sind laut der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd und Naturschützern gleich 20 Prozent der lokalen Population. Schnell konnte der natürliche Tod der Robben aber ausgeschlossen werden, woraufhin nach möglichen Ursachen für das Massensterben gesucht wurde.

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