Die Bracke zählt zu den ältesten Jagdhundetypen Europas. Bereits Kelten und Germanen nutzten lauf- und spurlaute Hunde für die Jagd. Im Mittelalter war die Brackenjagd besonders bei Adel und Klöstern verbreitet. Das klassische Brackieren geriet mit dem Aufkommen der Feuerwaffen in den Hintergrund. Und doch erfreuen sich die zahlreichen Brackenrassen bei vielen Jagdarten nach wie vor großer Beliebtheit.
Bracke – von den Alpen bis in die Ebene
Faszinierend ist die Vielzahl der unterschiedlichen Brackenrassen. So werden in Österreich noch immer sehr zahlreich folgende Bracken geführt:
- Brandlbracke (Vieräugl)
- Tiroler Bracke (auch Tiroler Laufhund)
- Steirische Rauhhaarbracke
- Alpenländische Dachsbracke
Für Deutschland sind vor allem die Westfälische Dachsbracke und die Deutsche Bracke typisch. Es werden jedoch auch viele Brandlbracken und alpenländische Dachsbracken geführt.
Auch Rassen wie der Goncy Polsky, die serbische Bracke oder der Slovensky Kopov erfreuen sich großer Beliebtheit.
Wo kommt die Bracke zum Einsatz?
Die Hunde bringen eine hervorragende Nase, Spurlaut sowie einen enormen Finderwillen mit. Das macht die Bracke, sofern sie die nötige Ruhe besitzt, prädestiniert für die Schweißarbeit. Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist beispielsweise auch eine Kreuzung aus Hannoverschem Schweißhund und leichten Gebirgsbrackenschlägen.
Brandlbracke, alpenländische Dachsbracke und Kopovbracken werden mit Erfolg immer häufiger auf der roten Fährte geführt. Zudem findet die Bracke natürlich beim Stöbern ihren Haupteinsatz. Kurzläufige Rassen wie die Dachsbracken sind durch ihr lautes, nicht übermäßig schnelles Jagen perfekt für die Drückjagd geeignet. Die Dachsbracke ist auch die wasserfreudigste unter den Bracken und kann fakultativ sogar die Ente als Prüfungsfach ablegen.
Schwarze Saujäger
Immer populärer werden auch die oft Schwarziwldbrack genannten Slovensky Kopov, die serbische Bracke sowie der Goncy Polski. Vor allem der Kopov legt seinen Fokus beim Jagen aufs Schwarzwild und baut hier oft den nötigen Druck auf, um die Sauen in Bewegung zu versetzen. Ob vom Stand geschnallt oder als Teil einer Meute, leisten die kompakten Muskelpakete ganze Arbeit. Prüfungsfächer wie die Arbeit auf der Hasenspur dienen bei den Bracken zwar noch zum Lautnachweis, haben aber kaum praktische Relevanz. Das im Bundesjagdgesetz vermerkte Brackieren auf den Hasen (nicht unter 1000 ha) dürfte niemand mehr in Deutschland praktizieren. Viel öfter kommen Bracken, besonders die Dachsbracken, auf der Schweißfährte zum Einsatz. Die Dachsbracken sind, neben BGS und Hannoverschem Schweißhund, eine der drei in Deutschland anerkannten Schweißhunderassen.
Sind Bracken Familienhunde?
Ja, die meisten Bracken sind sehr ausgeglichen und eignen sich auch als Familienhund. Voraussetzung ist natürlich, dass die Hunde auch entsprechend ihren Anlagen ausgelastet und gefordert werden.





