Neues ASP-Virus bei Wildschweinen– stammt es aus einem Labor?

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Ein neu entdeckter ASP-Virus bei Wildschweinen wirft Fragen auf. © AdobeStock/JAH

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde regional erfolgreich bekämpft. Ein weiteres europäisches Land steht gerade erst am Anfang der Seuche.

ASP – Seuchenzug durch Europa

Die ASP hat über Jahre hinweg einen Siegeszug durch Europa angetreten. Beginnend von einem Ureintrag des Virus in Russland, bahnte sich der Erreger den Weg in viele Länder. In der Europäische Union waren seit 2014 das Baltikum und Polen als erste betroffen. Einzelne Einträge in Frankreich und Belgien folgten. Diese konnten durch die regionalen Behörden erfolgreich bekämpft werden. Auch in Deutschland kam es in mehreren Bundesländern zu Seuchenausbrüchen. Aktuell kämpft vor allem Hessen damit die ASP unter Kontrolle zu bringen. Doch auch dort, wo die Deutschen lieber Urlaub machen, wütet die Seuche in den Wildschweinbeständen. Nachdem Griechenland und Italien schon länger betroffen sind, hat es Ende 2025 auch Spanien erwischt.

ASP-Sperrzone um Barcelona

Am 28. November wurden in der Nähe der katalonischen Hauptstadt Barcelona zwei ASP-Fälle bestätigt. Das katalanische Landwirtschaftsministerium (DARPA) setzte daraufhin das Seuchenprotokoll um. Um den Ausbruch wurde im Radius von 20 Kilometern eine Sperrzone eingerichtet. Aktuell laufen die Zaunbaumaßnahmen in Katalonien. Man ist bereits dabei zur Sicherheit eine zweite Barriere zur Abtrennung des Mittelgebirges Serra de Collserola aufzubauen.

Virus scheint vorerst unter Kontrolle

Insgesamt hat das DARPA seit den Weihnachtsfeiertagen 635 Wildschweinproben analysieren lassen. 60 Proben waren ASP-positiv. Die gute Nachricht ist, dass außerhalb der Sperrzone keine positiven Wildschweine bestätigt werden konnten. Die katalonischen Behörden rennen dem Virus zum aktuellen Zeitpunkt nicht hinterher. Allerdings wirft das gefundene ASP-Virus Fragen auf.

Neuer Virusstamm – kommt er aus einem Labor?

Die genaue Untersuchung des am Ausbruch beteiligten ASP-Virus brachte Neues ans Licht. Mit 27 Punktmutationen und einer Deletion im Genom kommt diese Art von Virus bis jetzt noch nicht in den Datenbanken vor. Aufgrund des isolierten Eintrags in Katalonien waren im Vorfeld Stimmen laut geworden, das Virus könne aus einem Labor stammen. Da der Virusstamm nicht in den Datenbanken zu finden ist, scheidet die Herkunft aus einem offiziellen Labor aus. Da das Virus der Afrikanischen Schweinepest recht stabil ist und nicht zu großen Mutationen neigt, werden weitere Studien an dem neuen Stamm erfolgen müssen.

 

Aktuelle Zahlen zum ASP-Geschehen in ganz Europa finden sie hier.