Vogelgrippe-Pandemie: Bald auch Menschen betroffen?

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Die Vogelgrippe betrifft hauptsächlich Vögel. Könnte es bei Menschen zu einer neuen Pandemie kommen? © Unsplash/James Wainscoat

Seit Jahren bereitet die Vogelgrippe Wissenschaftlern auf der ganzen Welt Sorgen. Die Geflügelpest, das Influenzavirus H5N1, befällt primär Vögel. Aber auch Säugetiere und damit auch Menschen können sich anstecken. Das ist zwar derzeit noch selten, könnte laut aktuellen Studien jedoch schnell zu einem größeren Problem werden. Was ist jetzt zu beachten?

Vogelgrippe könnte auch Menschen betreffen: Wissenschaftler überwachen Seuchengeschehen

Die Krankheit, die im Volksmund als Vogelgrippe bekannt ist, gehört zur Familie der Grippeviren. Sie greift weltweit Wild- und Nutzvögel an. In Einzelfällen kommt es gelegentlich dazu, dass sich Menschen, die in direktem Kontakt mit infizierten Tieren standen, mit der Tierseuche anstecken. Weltweit gab es laut Weltgesundheitsorganisation von 2003 bis August 2025 weltweit 990 bestätigte Infektionen bei Menschen. Davon starben 475 Personen. Die Sterblichkeitsrate ist also hoch, die Übertragung zwischen Menschen allerdings nicht der Regelfall. Dennoch überwachen Wissenschaftler weltweit das Seuchengeschehen genau. Sollte sich das Virus nämlich an den Menschen anpassen, besteht schnell die Gefahr, dass es zu einer neuen Pandemie kommen könnte. Das könnte, besonders nach der Corona-Pandemie, erhebliche Folgen haben.

Computermodell zeigt: Schnelles Handeln erforderlich

Um die Gefahren einer potenziellen Vogelgrippe-Pandemie einschätzen zu können, haben zwei Forscher der „Ashoka University“ ein Computermodell entwickelt. Dieses simuliert laut der Berliner Morgenpost, wie sich der Ausbruch der Vogelgrippe bei Menschen gestalten könnte – und auch, wie sich dieser noch verhindern ließe. Die Studie wurde nun im Fachjournal „BMC Public Health“ veröffentlicht.

Das zentrale Ergebnis der Studie: Entscheidend ist, wie schnell die Behörden auf einen örtlichen Ausbruch der Vogelgrippe reagieren. Denn bereits bei zwei bis zehn erkannten Infektionen kann sich das Virus unbemerkt weiter verbreiten. Handeln die Behörden vorher, würde sich ein Ausbruch höchstwahrscheinlich eindämmen lassen. Wenn die Behörden so lange warten, dass zehn oder mehr Fälle bekannt sind, ist es häufig zu spät. Dann hat sich das Virus laut Modell häufig schon in der Bevölkerung verbreitet.

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