Das Wildschwein stammt ursprünglich aus Eurasien und Südafrika. Heute ist das anpassungsfähige Wildtier in fast gesamt Europa sowie in Teilen Nordafrikas und Asiens verbreitet. Durch Aussetzungen durch den Menschen leben Wildschweine auch in Amerika, Neuseeland und Australien. Die ersten fossilen Funde der Gattung Sus sind schätzungsweise etwa sechs Millionen Jahre alt. Vor etwa 8.000-10.000 Jahren haben Menschen das Schwarzwild domestiziert – aus dem Wildschwein ging zu dieser Zeit das heute bekannte Hausschwein hervor, das zweitälteste Nutztier nach dem Schaf. Die Tiere sind gute Schwimmer und können dadurch auch Inselregionen bewohnen.
Wildschwein-Steckbrief: Wie sehen Schwarzkittel aus?
Wildschweine gehören zu den Paarhufern. Charakteristisch für sie gilt ihr gedrungener Körperbau, der mit dunkelbraunem bis schwarzem Borstenfell bedeckt ist. Das besonders im Winter sehr dunkle Fell erklärt auch ihren Namen „Schwarzkittel“. Mit einem Gewicht von 100 bis 150 Kilogramm und einer Körperlänge von bis zu 180 Zentimetern gehören sie zu den größten Bewohnern der deutschen Wälder. An ihrem Kopf tragen sie ihren für Schweine charakteristischen Rüssel sowie kleine Augen und borstige, dreieckige Ohren, oft Teller genannt. Keiler, so die Bezeichnung für männliche Wildschweine, haben starke Eckzähne, die der weiblichen Tiere – Bachen – sind in der Regel deutlich weniger stark ausgeprägt. Die Jungtiere (Frischlinge) erkennt man an ihren in Längsrichtung gestreiften Fell.
Wie leben Wildschweine?
Wildschweine leben sowohl in Laub- als auch Mischwäldern, aber auch auf Feldern und Ackern fühlen sich die Tiere wohl. Sie brauchen Wasser, nicht nur als Trinkmöglichkeit. Denn Schwarzwild kann nicht schwitzen und benötigt Wasserstellen, um zu suhlen – um sich also im Schlamm zu suhlen und damit ihre Körpertemperatur zu regulieren. Da die Tiere sonst kaum Ansprüche haben machen sie es sich immer häufiger auch in Wohngebieten oder bei Spielplätzen, Schulen oder Friedhöfen bequem.
Wildschweine gelten als Allesfresser. Neben pflanzlicher Nahrung wie Wurzeln, Knollen, Gräser und Kräuter ernähren sie sich ebenso von Insekten, Würmern und kleinen Wirbeltieren wie Mäusen. Auch Aaß nehmen die Tiere zu sich.
Wer den Begriff „Trüffelschwein“ schon einmal gehört hat, kann darauf kommen, dass Schweine grundsätzlich einen guten Geruchssinn haben. So werden Wildschweine für die Suche der Edelpilze oder aber gefährlicher Substanzen wie Drogen genutzt. Ihre Augen sind dagegen nicht besonders gut, ihr Sehvermögen ist nur schwach ausgeprägt.
Wildschwein: Lebensweise und Paarungszeit
Paarungszeit bei Wildschweinen, die sogenannte Rausche, ist im November und Dezember. In der Theorie können Bachen bei genügender Nahrungsversorgung fast permanent paarungsfähig sein. Das ist einer der Gründe, warum sich die Tiere derart rapide verbreiten können. Die Bache distanziert sich vor Geburt von ihrer Rotte und gebärt ihre Tiere, meist 1 bis 8 Frischlinge, in einem selbst aus Ästen gebauten Wurfkessel. Die Tragzeit beträgt etwa 4 Monate, besonders im Januar und Februar ist daher besondere Vorsicht geboten. Denn Wildschweine verlieren in den ersten Wochen nach Geburt ihrer Jungtiere ihre Scheu vor Tieren und Menschen, bei potenzieller Gefahr können die Tiere sehr aggressiv reagieren. Während erwachsene Keiler grundsätzlich Einzelgänger sind, leben Bachen und ihre Jungtiere in Gruppen, den Rotten, zusammen.
Wo und wie das Wildschwein für Herausforderungen sorgt
So interessant Wildschweine sind: In Deutschland stellen die Tiere aufgrund mehrerer Faktoren eine wachsende Herausforderung dar. Einerseits haben sie kaum natürliche Feinde, dadurch können sie sich extrem schnell vermehren. Durch das Eindringen in Wohngebiete verwüsten die Tiere vielerorts Friedhöfe, Golfplätze oder landwirtschaftliche Nutzflächen. Gleichzeitig sorgen Krankheiten wie die Afrikanische Schweinepest (ASP), Trichinen oder die Aujeszky-Krankheit auch für Gefahren für andere Tiere, Hunde und – im Falle der ASP – auch die Wirtschaft. Denn in betroffenen Gebieten gelten meist strikte Regeln und Verbote für den Handel. Das führt dazu, dass Schwarzwild in Deutschland derzeit sehr streng bejagt wird. Die Jagdzeit nach deutschem Jagdrecht erstreckt sich grundsätzlich vom 16. Juni bis zum 30. Januar.






