Rebhühner erhalten! So unterstützt die richtige Hege die Feldhühner

Das Rebhuhn steht dieses Jahr nicht nur wegen der fallenden Besätze im Fokus. Maximilian Mohr gibt Praxistipps, wie Sie den Feldhühnern aktiv unter die Schwingen greifen.

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Wo im Frühjahr ein Pärchen Rebhühner bestätigt wird, wird ein Futtereimer postiert. © AdobeStock / Sourabh

Dieses Jahr ist das Jahr des Rebhuhns. So kürten zumindest der NABU und der Landesbund für Vogelschutz Bayern e. V. die Feldhühner zum Vogel des Jahres 2026. Das nicht ohne Grund. Denn die Rebhuhnbesätze sind deutschlandweit seit den 1980er-Jahren im freien Fall.

Einst war das Rebhuhn neben dem Feldhasen die wichtigste Wildart in den meisten Niederwildrevieren. Insbesondere in jenen Revieren, die durch große, offene Feldflächen geprägt sind. Das ist lange her. Heute kommen zwar immer noch Rebhühner in den „Kornkammern“ Deutschlands vor, doch es sind ungemein wenige geworden. Bejagt werden sie fast nirgendwo mehr.

Dass der Negativtrend aber nicht alternativlos ist, zeigen mehrere aktive Niederwildreviere, die über ganz Deutschland verteilt sind. Warum aber gelingt diesen Revieren die Rebhuhnhege, während sie in den meisten Revieren gar nicht stattfindet?

Die drei starken Säulen der Rebhuhnhege

Es ist der „Dreiklang der Niederwildhege“, den all diese „Ausnahme-Reviere“ gemein haben: Lebensraumaufwertung, Prädatorenmanagement und die Notfütterung. Dabei ist der Erfolg unbestechlich. Andreas Mohr, Gründer des Rebhuhnhegerings Wetterau, hat es einmal sehr treffend formuliert: „Man kann es sich wie einen dreibeinigen Hocker vorstellen. Fehlt nur eines der drei Beine, kippt der Hocker um“.

Gerade die Fütterung hat sich als essenzieller Teil erwiesen. Der Gedanke dahinter ist simpel: Den Rebhühnern soll durch die Fütterung eine Notversorgung an Nahrung dargeboten werden, durch die Schwankungen innerhalb des gewachsenen Nahrungsangebots im Feld ausgeglichen werden können.

Wann Rebhühner besonders auf zusätzliches Futter angewiesen sind

So schwankt die „natürliche“ Äsung der Rebhühner im Jahresverlauf erheblich. Ab April sprießt das erste Grün. Mai-Juni sind Wonnemonate der Grünäsung, im Juli und August gibts Getreidereste auf den Feldern, September und Oktober folgt reiche Nahrung an Feinsämereien und ab November bis März heißt es: hungern. Das sind fünf Monate, in denen sich nicht gefütterte Rebhühner bestenfalls von grünen Getreidespitzen ernähren können.

Prof. Dr. Peter Berthold von der Vogelschutzwarte Radolfzell nannte einmal eine Zahl: Es sind 250 kg Getreidekörner pro Hektar und Jahr, die durch verbesserte Erntetechnik und neue Anbaustrategien, in den Revieren fehlen. Das ist ein Problem. Denn es ist bekannt, dass ein Verlust von zehn Prozent des Körpergewichts über Winter bei der Rebhenne zu Einschränkungen im Brutgeschäft führen kann. Bei einem Lebendgewicht von 350 Gramm sind das 35 Gramm Verlust. Zum Vergleich: So viel wiegt eine Scheibe Brot.

Durch Fütterung können engagierte Heger dies ausgleichen. Unsere Rebhühner unterstützen durch das Angebot selbstständig immer dann ihren Nahrungsbedarf, wenn es rundherum knapp wird.

Rebhühner richtig füttern: So funktioniert es in der Praxis

Aber wie funktioniert das denn nun? Die Fütterungen sind einfach gebaut. Ein gebogener Rundstahl dient als Halterung. Darin hängt ein üblicher 10-Liter-Plastikeimer, der unten ein Loch mit Futterspirale besitzt.

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Die einfachen Futtereimer mit Spirale werden gegen Schwarzwild mit einem Gatter aus Baustahlmatten gesichert. © Maximilian Mohr

Gefüttert wird mindestens mit Bruchweizen, im Optimalfall mit einem Futtergemisch aus Weizen, Erbsen, Hirse, Mais und Soja. Es gibt kein tierisches Eiweiß!

Der richtige Standort für den Futtereimer

Aufgestellt wird der Futtereimer auf dem freien Feld, nicht an der Hecke. Das Rebhuhn soll Feinde aus allen Richtungen von Weitem ausmachen können. Überlandstromleitungen in der Nähe sind kein Problem, denn die Silhouette von Greifvögeln ist den Hühnern bekannt. Bäume in der Nähe sind hinderlich, da dort der Greifvogel versteckt im Astwerk lauern kann.

Fütterung

Rebhühner müssen sich zunächst an eine neue Futterstelle gewöhnen. Deshalb empfiehlt der Autor eine ganzjährige Fütterung. © Maximilian Mohr

Die Platzauswahl ist simpel. Wird im Frühjahr ein Pärchen Rebhühner bestätigt, bekommt es einen Eimer. Dort, wo sie eben sind. Gefüttert wird ganzjährig, denn die Rebhenne ist vorsichtig. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis sie der neuen Futterquelle Vertrauen schenkt. Hat man einmal diese Art der Fütterung etabliert, ist damit eine Grundversorgung gesichert.

Satte Rebhühner = mehr Eier

Gut ernährte Rebhühner sind widerstandsfähig. Sie starten mit besten Voraussetzungen ins Brutgeschäft, kommen gut durchs Jahr und minimieren ihren Gewichtsverlust im Winter.

Dem hegefirmen Leser wird auffallen, dass die Fütterung mit rein pflanzlichen Bestandteilen bei Weitem nicht den Bedarf der Rebhühner decken kann. Das muss sie auch nicht. Rebhühner finden in der Landschaft auf natürlichem Weg tierisches Eiweiß. Mehrjährige Blühflächen sind dazu eine optimale Ergänzung.

Hier kommt die Lebensraumaufwertung als Säule des Dreiklangs ins Spiel. Auch vermag die Fütterung nichts am Einfluss der Prädatoren ändern. Diesen Anspruch haben wir hier auch gar nicht.

Fütterung allein reicht bei der Rebhuhnhege nicht

Die Fütterung ist eine von drei Säulen des Gesamtkonzepts, das erst durch Lebensraum und Prädationskontrolle komplett wird. Das Ergebnis spricht dabei übrigens für sich. Mittlerweile gibt es die meisten Rebhühner Deutschlands in den Revieren des Rebhuhnhegerings Wetterau. Dort wird der Dreiklang der Rebhuhnhege konsequent angewendet. Kürzlich wurde eine neue Kette mit über 26 Hühnern bestätigt.

Genau solche erfreulichen Momente kann man im Revier genießen, wenn alles stimmt. Auch wenn das Rebhuhn auf der Roten Liste steht, heißt es nicht, dass die bereits Art verloren ist.


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