Fuchsjagd am Luder – 15 kleine Fehlerlein

Fuchsjagd am luder

Fuchsjagd am Luder – 4. Fehler:

Keine Schlüsse zu ziehen

Der Schnee hat Ihnen verraten oder aber bei vorherigen Ansitzen haben Sie gesehen, dass der Fuchs Ihren Ansitz in gebührendem Abstand umkreist, um Wind zu bekommen. Offenbar hat er schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht. Und eines ist sicher: Diesen Fuchs werden Sie nie am Luder haben, während sie dort ansitzen. Denn schlechte Erfahrungen brennen sich unauslöschlich ins Fuchshirn ein. Und solange dieser Fuchs, der sich ja in seinem Revier bewegt, allabendlich zuerst Wind zu holen vesucht, kommt auch kaum ein anderer auf Schussentfernung. Also muss man Abhilfe schaffen.

Entweder positioniert man am Tag vor dem Ansitz etwa 200 Meter vom Hochsitz in Windrichtung einen Schirm und setzt sich hier an. Denn damit hat Reineke, wenn er nachts wieder Wind holen will, nicht gerechnet. Oder man macht einen Schießstandbesuch, schießt die Waffe auf 150 Meter ein und harrt am Abend dem Fuchs, der mal wieder Wind holen will. Bevor er diesen Punkt erreicht, muss es allerdings geknallt haben. Nachts funktioniert das natürlich nur bei bestem Mond oder Schnee.

Fuchsjagd am luder

Fuchsjagd am Luder – 5. Fehler:

Die Flinte nicht an den Nagel zu hängen

Bei der Waffenwahl für den Fuchsansitz entscheiden wir uns für die Büchse. Um den Balg zu schonen, empfiehlt sich ein kleineres Kaliber. Auch wenn wir den Luder nur auf etwa 25 Meter angelegt haben, bleibt die Flinte daheim. Denn zu viele Chancen würden ungenutzt bleiben, wenn wir uns nur mit dieser auf den Ansitz begeben würden. Anders sieht es aus, wenn wir eine Büchsflinte unser eigen nennen. Aber erforderlich ist diese nicht, denn auf Schrotschussentfernung ist es bei Mondschein kein Problem, einen Fuchs mit der Kugel zu treffen. Und bei Schnee schon gar nicht. Zudem ist es für den Präparator einfacher, zwei Löcher im Balg zu flicken als diverse – auch wenn diese kleiner sind.

6. Fehler:

Sich nicht zu tarnen

Füchse neigen dazu, ihnen bekannte Reviereinrichtungen zu durchschauen – im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb sorgen wir durch Kanzelluken oder dergleichen dafür, dass ihnen der Durchblick verwehrt ist.

Fuchsjagd am Luder – 7. Fehler:

Im entlegensten Reviereck zu ludern

Schon die Örtlichkeit, wo Sie Ihren Luderplatz anlegen, entscheidet über mehr oder minder Erfolg. Ist die Reviereinrichtung nur zu erreichen, wenn der Hauptanwechselpass des Fuchses dabei überquert werden muss, lohnt der Ansitz nur, wenn man schon mittags den Hochsitz entert, weil man Reineke kurz vor Mitternacht erwartet. Doch wer hat da schon Lust zu! Also werden wir bei der Anlage unseres Luderplatzes darauf achten, dass die Hauptpässe unberührt bleiben.

Fuchsjagd am luder

Fuchsjagd am Luder – 8. Fehler:

Auf falscher Entfernung zu ludern

Welche Entfernung zum Luder optimal ist, muss jeder für sich entscheiden. Je weiter er jedoch weg ist, desto weniger vernimmt Reineke unsere Geräusche. Oft geben die Örtlich- keiten die Distanz vor. Auf einer Weide etwa mit unter- schiedlich hohem Gras, vielleicht noch mit vertrockneten Disteln, wird der Luder nahe zum Ansitz sein. Denn wechselnder Bewuchs erschwert das Erkennen des Fuchses. Auf Getreide- oder Rapsfeldern mit ihrer gleichmäßigen Vegetation kann der Luder entfernter liegen. Ein dunkler oder heller Fleck, je nach Mondstand, sticht hier besser ins Auge. Aber nie wird der Luder weiter sein, als wir uns zutrauen, sicher zu treffen.

Fuchsjagd am Luder – 9. Fehler:

Mond nicht zu berücksichtigen

Die Stellung des Monds gibt uns vor, in welche Richtung vom Hochsitz der Luder angelegt sein sollte. Nachts sind Füchse am besten zum Mond hin sichtbar. Und was es bedeutet, sie möglichst früh zu kennen, wurde bereits gesagt. Durch den Schatten erscheinen sie uns nun schwarz – und das hebt sich bekanntlich auf hellem Untergrund am besten ab. Das Problem: Wir zielen auf einen Schatten. Wer es lieber mag, den Fuchs direkt
zu beschießen, wird den Luder vom Mond weg anlegen. Dadurch, dass der vom Mond beschienene Fuchs nun hell erscheint, ist er auf hellerem Untergrund nicht ganz so gut erkennbar. Im Grunde ist die Richtung also Geschmachssache.

Fuchsjagd am Luder – 10. Fehler:

Rehwild zu früh zu zerwirken

Ist der Untergrund weich wie bei einer Schneelage und somit keine Entwertung des Wildbrets zu erwarten, nutzen wir jedes erlegte Reh zum Ziehen einer Schleppe hin zum Luder. Natürlich nur, wenn Rehwild nun im Februar noch Jagdzeit hat.

Wo ein Fuchs durch den Schnee schnürt, hinterlässt er eine Spur. Diese verrät seinen Pass, wie er sich bei welchem Wind dem Luder nähert oder wie lange die Witterung des Ansitzjägers vorhält.

Fuchsjagd am Luder – 11. Fehler:

Zivilisationserscheinungen nicht zu nutzen

Gibt es in Ihrem Revier einen Wildschutzzaun entlang einer Straße, ein im Feld gelegenes Kulturgatter oder ein Dorf mit umzäunten Gärten, so sind das die Plätze erster Wahl für die Fuchsjagd. Bieten sie uns doch die Chance zu verhindern, dass der Fuchs von uns Wind bekommen kann, wenn wir die Kanzel direkt an die Zäune platzieren. Jedenfalls bei passendem Wind. Wir brauchen nicht zu glauben, dass der Luder hier schlechter angenommen wird. Es sei denn, hier ist mit reichlich Hundebetrieb zu rechnen. Offene Wasserflächen eignen sich übrigens auch entsprechend gut.

Fuchsjagd am Luder – 12. Fehler:

Gesetze zu missachten

Deshalb vor dem Ludern schauen, was erlaubt ist und was nicht!

Fuchsjagd am Luder – 13. Fehler:

Alles auf eine Karte zu setzen

Der Mond scheint hell, vielleicht liegt sogar noch Schnee, jedenfalls herrschen beste Bedingungen für einen Anitz am Luder. Nur der Wind, der passt gar nicht. Dieses Problem umgehen wir durch die Anlage von mehreren Kirrplätzen. Oder durch das Platzieren von zwei Ansitzen an einem Luderplatz, wobei dies die schlechtere Alternative ist. Nur wer bei jedem Wind ansitzen kann, kann auch jede helle Nacht nutzen

©pixaybay

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Fuchsjagd am Luder – 14. Fehler:

Den Rehabschuss nicht zu tätigen

Jeder Aufbruch, dem Sie habhaft werden können, verbessert Ihre Aussichten auf Erfolg, wenn Sie am Luder ansitzen. Darum werden Sie den Aufbruch eines jeden Stück Rehwildes, eines jeden Hasen, einer jeden Ente und, und, und zum Luder schaffen und nicht irgendwo im Gelände entsorgen. Gleiches gilt für Straßenverkehrsfallwild. Und wenn Sie die Möglichkeit haben, all diese Leckereien – jedenfalls für den Fuchs – einzufrieren, dann machen Sie dies. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, den Kirrplatz zur geeignesten Zeit zu beschicken. Und nicht nur dann, wenn Luder anfällt.

Fuchsjagd am Luder – 15. Fehler:

Zweifelhafte Lichtverhältnisse zu nutzen

Herrschen wechselhafte Lichtverhältnisse durch Bewölkung, kann es zuweilen besser sein, sich den Tönen der Volksmusik oder den Fragen Jauchs hinzugeben. Denn wenn Reineke gerade dann kommt, wenn das Licht für einen sicheren Schuss nicht gegeben ist, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit unnötig, dass er uns mitbekommt. Zudem kann es sein, dass wir nur vorbeiwechselnde Füchse gar nicht sehen. Und am nächsten Abend, wenn das Licht passt, nicht ins Revier gehen, weil wir glauben, dass eh nichts kommt.

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