Die perfekte Pirschausrüstung

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© Cervus Creative

Heutzutage ist Tarnkleidung aus der Jagd nicht mehr wegzudenken. Inzwischen gibt es dutzende unterschiedliche Muster und Ansätze, wie man sich vor den Blicken des Wildes schützen kann. Besonders auf der Pirsch gilt solche Kleidung als Erfolgsfaktor. Fokko Kleihauer hat in England die neue Seeland Hawker Prym1 Pirschkombination getestet. Sie soll besonders gut vor den Lichter, Sehern und Augen unserer heimischen Wildarten schützen.

Auch im Test war die Sauer 404 in Prym1 Tarnung, das Zilfernrohr VX-6HD 2-12×42 von Leupold und der Leupold Entfernungsmesser 1600i TBR/W. Einfach auf die Produktnamen klicken und ihr kommt direkt zum Test.

Die Kleidung – Hawker Prym1

Die Waffe – Sauer 404

Die Optik – Leupold VX-6HD 2-12×42

Der Entfernungsmesser – Leupold 1600i TBR/W

Die Kleidung – Hawker Prym1

Was soll man tragen, wenn es zur Pirsch geht? Wir haben die neue Pirsch-Kombination von Seeland getestet: Hawker Prym1 Tarnkleidung.

© Cervus Creative. Die Tarnung funktionierte vor dem satten Grün der Mailandschaft hervorragend.

Ich bin in England, die neue Hawker Prym1 Pirschkombo von Seeland testen. Hinter dem hakeligen Namen Prym1 verbirgt sich ein neues Tarnmuster aus der USA. Jahrelang hat Stacie Walker, eine  Wildlife-Künstlerin, an dem Muster gefeilt. Gedacht ist das Muster für die wechselnden Wälder und Felder Europas. Abwechselnde Grüntöne und Formen, die an Federn oder Fährten erinnern, sollen die Silhouette des Jägers verschwimmen lassen.

Und tatsächlich: Die  Hawker Prym1 – Tarnung funktioniert. Vor den grünen Knicks Hampshires sind wir regelrecht unsichtbar und der Softshell-Stoff von Hose und Jacke gibt kaum Geräusche von sich. Nur die Temperaturen bringen die Pirschkombination an ihre Grenzen.

Die gesamte Kombination ist mit Seelands eigener SEETEX© Membran gefüttert. Die wabenartige Struktur soll Nässe nach draußen befördern und für eine gute Belüftung sorgen. Die ersten Stunden des Jagdtages funktioniert das super. Ab 20 Grad kommen die Hawker Klamotten allerdings an ihre Grenzen. Ich fange an zu schwitzen, als wir Hügel um Hügel im Stechschritt überwinden. Abhilfe verschaffen Belüftungsschlitze. Jacke und Fleece haben diese unter den Achseln, die Hose an den Knien.

Atmungsaktiv ist das Set. Aber auch wasserdicht? Eine Chance das auszuprobieren, bekomme ich am frühen Nachmittag des ersten Jagdtages. Als ob das Wetter den passenden Rahmen liefern möchte, schüttet es plötzlich aus allen Wolken. Doch ich bleibe trocken – das Set lässt keinen Tropfen Regen hinein.

Während wir uns durch Büsche quetschen, Hochsitze rauf und wieder runter klettern und auf allen vieren über Kartoffeläcker krabbeln, sind Hawker Prym1 Hose und Jacke immer flexibel. Das verwobene Spandex lässt einen großen Bewegungsspielraum zu.

Überall nur Böcke

Nach zwanzig Minuten Pirsch will ich nicht mehr zurück in mein Niederwildrevier. Die Fake-Toskana Hampshires quillt quasi über vor Medaillenböcken. Zwanzig Minuten nach Beginn der Pirsch haben wir den ersten Kontakt mit einem Abschussbock. Perlung, Stangendicke, Alter: Alles passt. Der Bock zieht 60 Meter von uns entfernt durch einen Apfelbaumhain.

Ich lasse fliegen und: treffe einen jungen Apfelbaum. Es folgt ungläubiges Schweigen. Berufsjäger Paul und Fotograf Dan schauen dem kapitalen Sechser traurig hinterher.

Was soll man tragen, wenn es zur Pirsch geht? Wir haben die neue Pirsch-Kombination von Seeland getestet: Hawker Prym1 Tarnkleidung.

© Cervus Creative

Als wir uns am nächsten Morgen nach meiner Schmach aus dem Toyota-Geländewagen schälen, ist es kalt. Solange die Sonne nicht scheint, vermutet Paul wenig Aktivität. Die Pirsch mutet wie ein stiller Spaziergang an. Bis ein Bock vor uns steht. 112 Meter entfernt, zusammen mit Schmalreh und Ricke sonnt er sich in einem Sonnenauge auf einer sonst noch schattigen Wiese. Es ist erstaunlich, was Adrenalin mit dem Körper macht.

Von einer Sekunde auf die andere ist die langweilige Pirsch vergessen, meine Beine zittern. Bloß nicht wieder fehlen, diesmal muss der Schuss sitzen, denke ich. Paul baut den Schießstock auf, wir haben alle Zeit der Welt. Ich schieße, und der Bock flüchtet, bricht zusammen, ist verendet. Ein Moment zum Einrahmen. Doch der krönende Abschluss kommt erst noch. Mit dem erlegten Bock zwischen uns, kurz vorm Toyota, schreckt es rechts in Hecke.

Es ist der Bäumchenbock. Er ist alt und sichert nur kurz in unsere Richtung, bevor die Apfelbäume ihn wieder verschlucken. Er springt mit kräftigen Fluchten ab, sein Schrecken dabei wirkt mächtig und gesund. Noch nie war ich glücklicher, vorbeigeschossen zu haben.

Das Hawker Prym1 Set konnte voll überzeugen. Kein Wunder, da die Hawker Kleidung schon länger im Sortiment von Seeland erfolgreich angeboten wird. Mit der neuen Tarnung wird das Set nun noch versatiler im Einsatz. Neben der Softshell Jacke und Hose gibt es noch einen Windbreakerfleece. Falls es einmal wirklich kalt werden sollte – Handschuhe und Halsschlauch im Tarnmuster stellt Seeland ebenfalls her.

Die Kleidung ist überall im Handel erhältlich.

Die Waffe – Sauer 404

Was soll man tragen, wenn es zur Pirsch geht? Wir haben die neue Pirsch-Kombination von Seeland getestet: Hawker Prym1 Tarnkleidung.

© Cervus Creative

Inzwischen ist sie bekannt wie ein bunter Hund. Das Flaggschiff von Sauer ist nicht als reine Pirschwaffe konzipiert – aber es fühlt sich an, als wäre Sie es. Warum?

Hier eine Auflistung.

  • Die Handspannung. Während der gesamten Pirsch war die Sauer 404 geladen. Bei Büchsen mit normaler Sicherung heikel. Wenn nur der Abzug gesichert wird, die Waffe aber schon gespannt ist, kann sich theoretisch ein Schuss lösen. Mit der Handspannung konnte ich durch den englischen Busch kraxeln, ohne mir Sorgen zu machen.
  • Der Schaft. Lochschaft oder Flintenschaft – ein beliebtes Thema am Stammtisch. Für die Pirsch und den Schuss über den Schießstock hat sich der Lochschaft der Sauer in England bewährt. Die Büchse liegt ruhiger und stabiler in der Schulter. Man fühlt sich einfach sicherer vor und während man den Abzug drückt. Dazu kann der Schaftrücken frei verstellt werden. War der Schaftrücken einmal auf mich eingestellt, war das Fadenkreuz sofort im Fokus.
  • Der Abzug: Ist in vier Stufen frei verstellbar. Um ihn zu verstellen, reicht es den Vorderschaft abzunehmen. Die vier Abzugsgewichte – 500 gr, 750 gr, 1000 gr und 1.250 gr – bieten für jede Präferenz etwas

Die Optik – Leupold VX -6HD 2-12×42

Was soll man tragen, wenn es zur Pirsch geht? Wir haben die neue Pirsch-Kombination von Seeland getestet: Hawker Prym1 Tarnkleidung.

© Cervus Creative

Es ist immer wieder überraschend, wie schwer ein Gewehr wird, wenn es längere Zeit auf der Schulter hängt. Jedes Gramm zu viel nervt. Vor allem wir deutsche Jäger schrauben uns gerne 56er Zielfernrohre auf unsere Büchsen. Für den Ansitz perfekt, stört das Gewicht doch bei der Pirsch.

Das Leupold VX-6HD 2-12×42 leistete kombiniert mit der Sauer 404 gute Dienste. Zum einen das Gewicht: Mit 560 Gramm ist das Zielfernrohr eines der leichtesten seiner Klasse. Vergleichbare deutsche Produkte wiegen mehr.

Dann die Zero Lock – Funktion. Ein kleiner Knopf an den Türmen „lockt“ (sperrt) eine gewünschte Einstellung. So kann die Büchse auf 100 Meter eingeschossen werden. Die Einstellungen dafür werden mit dem Knopf markiert und können nicht aus Versehen verstellt werden. Ist ein Ziel weiter weg – kein Problem. Egal wie sehr man den Haltepunkt verstellt, dreht man die Türme zurück zum Knopf und rastet dieser ein, ist das Zielfernrohr wieder auf 100 Meter eingestellt.

Der Rotpunkt leuchtet klar und scharf abgegrenzt. Man kann zwischen verschiedenen Absehen wählen, vom klassischen Absehen 4 bis zum Scharfschützen-Absehen ist alles dabei. In England nutzten wir das Absehen 4. Ein kleines Manko sind die seitlichen Balken im Absehen. Hersteller wie Swarovski und Zeiss setzen inzwischen auf sehr dünne Absehen. Die des Leupolds sind deutlich dicker.

Dafür kommt das Zielfernrohr mit Extras, die sich andere Hersteller teuer bezahlen lassen. Aluminium Flip-up Kappen sind von Haus dabei.  Auch ein Throwlever zum schnellen verstellen der Vergrößerung ist bereits montiert. Alles in allem konnte das Leupold VX -6HD 2-12×42 im Einsatz überzeugen.

Der Entfernungsmesser – Leupold RX-1600i TBR/W

Was soll man tragen, wenn es zur Pirsch geht? Wir haben die neue Pirsch-Kombination von Seeland getestet: Hawker Prym1 Tarnkleidung.

@ Cervus Creative.

Wir alle lernen im Jagdscheinkurs das Schätzen von Entfernungen. Ich konnte es nie gut und als Entfernungsmesser immer populärer wurden, freute ich mich. Genau zu wissen, wie weit ein Stück Wild entfernt ist, gibt mir mehr Sicherheit für den Schuss.

Inzwischen ist die Technik  weiter. Zielfernrohre mit Entfernungsmessern und Ballistikrechnern oder Smartphone Apps zu kombinieren ist inzwischen DAS Ding am Markt.

Leupold folgt mit dem RX-1600i TBR/W dem Trend. TBR/W steht für True Ballistics Range/Windage und für eine Funktion des Entfernungsmessers.

Die TBR/W Technologie berechnet für diverse Kaliber die nötigen Klicks am Zielfernrohr. Das funktioniert dank 25 verschiedener Ballistikgruppen. Leupold hat die Ballistikkurven der häufigsten Fabriklaborierungen in Gruppen zusammengefasst. Hat man nun die passende Gruppe für seine Munition ausgewählt, berechnet das RX-1600i bei jeder Entfernungsmessung, wie viele Klicks am Zielfernrohr verstellt werden müssen, um zu treffen.

Neben der Ballistikfunktion bringt das Gerät alle üblichen Features eines Entfernungsmessers mit. Wild erkennt es auf 910 Meter, das Absehen ist beleuchtet und hat einen festen 6-fach Zoom.