Wolf auf Rekordwanderung illegal geschossen

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Der Schweizer Wolf M237 legte fast 2000 km zurück. Symbolbild: pixabay

Die Rekordwanderung eines jungen Wolfes aus der Schweiz fand nun in Ungarn  anscheinend ein tragisches Ende.

 

Jungwolf M237

Der junge Wolf entstammt dem Stagias-Rudel, welches im Kanton Graubünden seine Fährte zieht. Gewölft wurde das Jungtier mit fünf Geschwistern im Frühjahr 2021. Ende März 2022 wurde M237 vom Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden besendert sowie eine Genprobe entnommen.

Wie für junge Wölfe üblich verließ der junge WolfM237 im Juni 2022 sein Rudel und begann eine Rekordwanderungen Richtung Osten.

Das Jungtier bewegte sich zuerst in der Schweiz Richtung Osten und überquerte bei Unterengadin die Grenze nach Italien. Für 10 Tage hielt sich Isegrim in Südtirol auf und wechselte dann nach Österreich. Im Zeitraum Juli 2022 bis Februar 2023 wanderte das Tier durch Österreich. Nach einem kurzen Ausflug Richtung Donau wanderte der junge Wolfsrüde Richtung Südosten und überquerte Mitte Februar die ungarische Grenze. Budapest wurde westlich passiert und die Donau überquert. Der Wolfsrüde wanderte dann in nordöstlicher Richtung gen Slowakei.

 

Signal verstummt

Im Bereich der ungarischen Gemeinde Kazar war kein GPS Signal mehr empfangbar. Nachforschungen blieben vorerst erfolglos. Es wurde noch das Sendehalsband in dem Bereich der Gemeinde Hidasnementi gefunden.  Da die Sender üblicherweise gut gesichert sind, lag hier bereits der Verdacht eine Tötung des Tieres nahe. Die Behörden gingen von Wilderei aus.

Nun berichten Behörden vor Ort, dass ein Jäger den Wolf widerrechtlich geschossen haben soll. Die Ermittlungen laufen und im Falle eines Schuldspruchs stehen bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe im Raum.

 

 

Rekordwanderung

Somit fand eine beeindruckende Wanderung ihr jähes Ende vermutlich durch eine illegale Kugel. Der junge Wolfsrüde hatte bis zum letzten Sendetag 1927 km zurückgelegt. Es handelt sich damit um die längste, bisher dokumentierte Wolfswanderung in Europa. Der deutsche Wolf „Alan“ hatte im Jahr 2009 eine Reise von immerhin 1550 km von Deutschland nach Weißrussland unternommen.

Die Wanderung von M237 zeigt auf beeindruckende Weise, wie anpassungsfähig der Wolf ist. Auf der Wanderung überquerte der Canide Berge von über 3000m Höhe, durchschwamm Flüsse und kreuzte Autobahnen sowie andere Verkehrstrassen. Oft bewegte er sich dabei im urbanen Raum und blieb doch relativ unbemerkt. Die Wanderung wurde nur für kurze Pausen von maximal 2 Wochen unterbrochen.

Über das Ziel der Reise kann nur spekuliert werden, jedoch könnte es die Karpartenregion gewesen sein. Ein Genaustausch zwischen den unterschiedlichen europäischen Wolfsteilpopulation ist offenbar grundsätzlich möglich.