Wieder Wolfsattacke auf Fohlen?

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Screenshot ©Nordkurier/Lutz Reuter

Bei Ducherow in der Ueckermünder Heide wurde ein Fohlen auf der Weide schwer verletzt. Der zuständige Wolfsbeauftragter geht davon aus, dass es ein Wolf war. Ihr JÄGER hat mit dem Züchter gesprochen.

Als Thomas Retzlaff am vergangenen Mittwoch die hochträchtige Stute von einer Weide nahe Heidemühle (Mecklenburg-Vorpommern) zum Fohlen in den Stall holen will, muss er feststellen, dass dieses bereits geboren ist und schwere Verletzungen aufweist. Vermutlich war das Fohlen in der Nacht zuvor auf die Welt gekommen und anschließend von einem Wolf angefallen worden. Ein unglücklicher Zufall, denn normalerweise würden Stuten bei ihm im Stall fohlen, so Retzlaff auf telefonische Nachfrage.

Die hinzugezogenen Tierärzte machten zunächst wenig Hoffnung, da die Verletzungen über den Vorderläufen großflächig und bereits infiziert waren. Inzwischen sieht es so aus, als würde sich das Kleine erholen. „Bekommen wir die Infektion nicht in den Griff, muss es vielleicht trotzdem noch eingeschläfert werden“, so der betroffene Pferdezüchter.

Thomas Retzlaff ist enttäuscht, wie wenig Hilfe er von den zuständigen Stellen bekommt. So habe es bis zum Freitag gedauert, bis sich einer der vielen von ihm kontaktierten Wolfsbeauftragten bei ihm zurückgemeldet hätte. Erst auf wiederholte Nachfrage machte man sich auf den Weg, seinen Fall zu begutachten. Mehr als ein paar Fotos konnten aber nicht geschossen werden, außerdem wurde die Wunde ausgemessen. Für eine DNA-Probe war es mittlerweile viel zu spät.

So lautet das vorläufige Urteil nur „Wolf kann als Verursacher nicht ausgeschlossen werden“. Eine Aussage, die Retzlaff verärgert. Er fühlt sich vertröstet. Die Tierarztkosten, die auf ihn zukommen werden, sind noch nicht abzuschätzen, und ob er überhaupt für eine Entschädigung infrage kommt, ist ebenfalls noch unsicher. Eine Menge Papierkram wird er in jeden Fall haben.

Der Nordkurier, auf dessen Internetseite die Geschichte bereits am vergangenen Freitag zu lesen war, zitiert das Landwirtschaftsministerium.  Diesen zufolge gibt es zur Zeit ein Wolfsrudel in der Lübtheener Heide und ein Rudel in der Ueckermünder Heide, sowie einen einzelnen Wolf in der südlichen Müritzregion.

Der Wolfsbeauftragte Torsten Dinse hält es für wahrscheinlich, dass ein junger, unerfahrener Wolf für den Vorfall verantwortlich sein könnte. Das Rudel in der Ueckermünder Heide hat Nachwuchs, eventuell ist ein Mitglied dessen für die Verletzungen des Fohlens verantwortlich.

Ihr JÄGER bleibt für Sie dran.