Jäger entkommt Wolfsattacke

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© Reiner Bernhardt

Jäger entkommt Wolfsattacke

Ein Jäger wird in der Göhrde nachts von einem Wolf attackiert, er verteidigt sich mit seiner Pistole. Doch was er danach an Anfeindungen erlebt, verschlägt einem die Sprache.

Ihr JÄGER hat den Mann getroffen.

Hätte ich meine Kurzwaffe nicht dabei gehabt, wäre ich jetzt vielleicht tot, sagt Ralf K. im Interview mit dem JÄGER und lächelt tapfer.

Nicht weil er sich immer noch fürchtet, auch nicht, weil er sein Erlebnis für besonders dramatisch hält, sondern wegen des Ansturmes auf ihn, der darauf folgte. Am heutigen Morgen, 08. April 2015, wurde er schon als Wolfsmörder beschimpft, als feiges Arschloch und dass er sich gut überlegen solle, wo er sich in Zukunft blicken lasse.

In der Nacht zum Ostersonntag hatte der Forstwirtschaftsmeister an einem Acker nahe Göhrde/ Niedersachsen bei bestem Mondlicht auf Sauen angesessen, die dort in den Nächten zuvor reichlich zu Schaden gegangen waren. Als es ihm gegen Mitternacht zu ungemütlich geworden war und auch kein Wild in Anblick kam, glaste er ein letztes Mal die weitläufige Fläche vor sich ab. Dann kletterte er rückwärts von dem niedrigen Bock, welcher etwas zurückgesetzt in einem Feldgehölz steht. Als er sich nach seinem Rucksack bückte, steckte er die rechte Hand in seine Jackentasche, damit seine PPK 7.65 nicht herausrutschen konnte. Die Pistole für Fangschüsse hat er immer dabei, der Mann ist Kurzwaffenausbilder.

 

Plötzlich hörte er ein Geräusch, dass er in Nachhinein nur schwer beschreiben kann, etwas wie ein Rascheln, aber lauter, intensiver. Es lässt ihn instinktiv herumfahren. Ein Wolf, nur wenige Schritte entfernt, raste auf ihn zu. Er schnürte nicht einfach zufällig oder gar neugierig in meine Richtung. Er hatte den Fang leicht geöffnet, sein Rücken bildete mit der Rute eine grade Linie so greifen Wölfe an!, erinnert sich der Jäger. Sie knurren nicht, sie drohen nicht, und vor allem zögern sie nicht, wenn sie Beute machen wollen. Also machte Ralf K. sich groß und schrie den heranstürmenden Wolf an, der davon keine Notiz nahm. In letzter Sekunde riss er deshalb die Pistole aus der Tasche, entsicherte und schoss vor sich in den Boden. In diesem Moment war der Wolf nur noch knapp zwei Meter von ihm entfernt, wie die Spurensicherung der Polizei später ausmaß. Mit einem kleinen Schlenker quittierte der Grauhund Schussknall und Mündungsfeuer und striff das Hosenbein von Ralf K. bevor er in der Dunkelheit verschwand….

Hier finden Sie die bisherige Stellungnahme des Niedersächsischen Umweltministeriums und das Protokoll des Wolfsbüros LUPUS, angefertigt von Ilka Reinhardt.

Lesen Sie die weitere Geschichte sowie die unglaubliche Reaktion der Behörden exklusiv im neuen JÄGER, erhältlich ab dem 22.04.2015.