In Cottbus und Umgebung vermehrt sich die Nutria stark. Die Biberratte gilt als invasive Art, die für die heimische Artenvielfalt eine ernstzunehmende Gefahr darstellt. Gegen diese Entwicklung will Cottbus deshalb vorgehen, und lobt eine Prämie für Jägerinnen und Jäger aus, die die Nagetiere entnehmen.
Nutria-Jagd in Cottbus: Invasive Art gefährdet Ökosysteme
Nutrias gelten als invasive Art – und sie verursachen zunehmend Schäden im Cottbusser Stadtgebiet. Das bestätigt auch Silvio Alich vom Gewässerverband Spree-Neiße gegenüber dem „rbb“: „Die sind nicht so possierlich, wie sie aussehen: Die sind wirklich eine Gefahr für die Artenvielfalt“ Die invasive Art frisst für das Ökosystem relevante Gewässerpflanzen wie Uferröhricht. Diese stellen wiederum Lebensraum für viele Fische, Amphibien, Insekten und Vögel dar. Die Verbreitung der Nutria gefährdet durch die Beschädigung der Lebensräume dementsprechend heimische Tierarten.
Invasive Art gefährdet Hochwasserschutz
Zusätzlich untergraben Nutrias häufig Ufergebiete und können damit den Schutz vor Hochwasser lokal gefährden. Die EU stuft die Biberratte daher als invasive Art ein, die ein besonders Gefahrenpotenzial für das Ökosystem und die Artenvielfalt innehat.
Nutria: Gewässerverband in Cottbus setzt auf Schwanz-Prämie von 6 Euro für Jäger
Der Gewässerverband setzt bei dem Management der invasiven Art auf die Jagd. Eine Sonderregelung des Landes erlaubt die Jagd auf die Biberratte. Der Verband selbst beschäftigt sogar einen eigenen Jäger, der laut Alich in den vergangenen zwei Monaten ausschließlich Nutrias bejagte. Insgesamt sollen Jäger jetzt aktiver werden. Dafür hat der Gewässerverband auch eine Prämie ausgelobt: Für jeden Nutria-Schwanz, den Jäger beim Verband abgeben, gibt es sechs Euro. Das soll dafür sorgen, dass die Bestände dezimiert und damit die heimischen Gewässer und Ökosysteme entlastet werden. Im Stadtgebiet selbst dürfen keine Schüsse auf Nutrias abgegeben werden. Daher fängt man die Tiere mit Lebendfallen und entnimmt diese dann außerhalb der Stadt. Gleichzeitig appelliert der Verband an die Bevölkerung: Nutrias sollten unter keinen Umständen gefüttert werden.







