Luchs im Bayrischen Wald vergiftet

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Untersucht hatte die Lüchsin das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Die Nationalparksverwaltung und das Leibniz-Institut gehen davon aus, dass die dreijährige Lüchsin von dem Rehkadaver gefressen habe, Spuren und Telemetriedaten wiesen darauf hin. Vertieft wurde diese Annahme durch die Untersuchung des Rehkörpers an der Universität Göttingen. Im Hals- und Hinterleib des Rehbocks wurde ein von einem Menschen eingebrachtes Insektenvernichtungsmittel gefunden. Dies weist laut Rainer Pöhlmann vom Nationalpark auf ein Fachwissen des Täters hin, da Luchse ihre Beute am Hals niederziehen und töten, dann aber zuerst hintere Körperteile fressen.

Die Nationalparksverwaltung, der Bayrische Jagdverband und weitere Gruppen verurteilten die Tat und stellten eine Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft. Die Lüchsin und ihr zehn Monate altes Junges hatten durch Medienberichte überregionale Bekanntheit erlangt. Auf die Ergreifung des Täters ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt, ihn erwarten bei einer Verurteilung bis zu 5 Jahre Haft. Luchse unterliegen dem Jagdrecht, haben aber eine ganzjährige Schonzeit.

tp