Beim Thema Wolfsabschuss scheiden sich die Geister. Die einen fordern es, die anderen kämpfen dagegen. Ein Wolfsland gibt jetzt so viele Wölfe frei, wie schon lange nicht mehr.
Wolfsabschuss: Höchste Quote seit 2023
Der Poker um den Wolfsabschuss in Schweden geht 2027 in eine neue Runde. Die Jagd auf soll vom 2. Januar bis spätestens 15. Februar 2027 stattfinden. Insgesamt wurden für die Lizenzjagd 72 Abschüsse freigegeben. Das ist die höchste Quote seit 2023, als 75 Tiere freigegeben und 57 erlegt wurden. Im Jagdwinter 2026 waren nur 48 Wölfe vorgesehen, die Jagd fand aufgrund einer Gerichtsentscheidung aber gar nicht statt. Grundsätzlich bleibt abzuwarten, wie viele der 72 Wölfe wirklich erlegt werden, denn dies hängt maßgeblich von gutem Spurschnee zur Jagdzeit ab.
Vorgeschichte: kein Wolfsabschuss in 2026
Hintergrund ist ein Streit um die Mindestpopulation für einen günstigen Erhaltungszustand. Früher galten 300 Wölfe als Referenzwert, 2025 senkte die Regierung ihn auf 170. Die EU-Kommission bemängelte dafür die wissenschaftliche Grundlage. Auch in Schweden selbst regte sich teils starker Widerstand.
Nach einer Klage durch die größte schwedischen Naturschutzorganisation Svenska Naturskyddsföreningen (SNF) stoppte das Verwaltungsgericht Luleå die schwedische Wolfsjagd für den Winter 2026. SNF-Vorsitzende Beatrice Rindevall nannte den damaligen Jagdbeschluss politisch getrieben, ohne wissenschaftliche Grundlage und rechtswidrig.
Warum der Wolfsbestand trotzdem wächst
Für Jäger interessant ist die Rechnung hinter der neuen Quote. Laut letzter Schätzung leben in Schweden rund 355 Wölfe. Die Quote von 72 Tieren entspricht damit etwa einem Fünftel des Bestands. Ohne Jagd würde die Zahl bis Herbst 2027 inklusive Nachwuchs auf etwa 472 steigen. Mit der Jagd rechnen die Behörden stattdessen mit dann rund 362 Tieren. Die Quote bremst also vor allem das Wachstum, sie senkt den Bestand kaum.
Vor allem vor dem Hintergrund der in 2026 aufgrund rechtlicher Probleme nicht erfolgten Wolfsjagd, stellt sich eine Frage: Ist der Zielbestand von 220 Wölfen allein schon aufgrund der vielen Widerstände überhaupt realistisch?
Jägerverbände uneins, Naturschützer empört
Zur neuen Quote äußern sich mehrere Seiten. Mikael Samuelsson, stellvertretender Vorsitzender des Svenska Jägareförbundet, begrüßt die Entscheidung als klug und vernünftig und erwartet zwar eine Klage, aber keinen erneuten Stopp. Beim konkurrierenden Jagdverband Jägarnas Riksförbund fällt das Urteil zurückhaltender aus. Vorsitzende Solveig Larsson spricht von einem kleinen Schritt nach vorn, ihr Kollege Jens Gustafsson rechnet vor, dass die Quote angesichts von Nachwuchs und Bestand kaum zu einer echten Senkung reicht.
SNF-Vorsitzende Rindevall hat beim Thema Wolfsabschuss eine ablehnende Haltung. Sie nennt den Beschluss empörend und verantwortungslos. Aufgrund der Erfolge in 2026 ist auch dieses mal mit Klagen gegen die Wolfsjagd zu rechnen.









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