Gatterjagd und schießwütige Knallteufel – holt der SWR zum nächsten medialen Schlag gegen die Jäger aus?

Zitat: Förster Hubert Kapp bei der Wildschweinjagd. „Wenn wir Tiere töten, dann schmerzlos und professionell“, sagt er. „Stümper haben bei der Jagd nichts verloren“. ©Screenshot SWR/TV-Info

Zitat: Förster Hubert Kapp bei der Wildschweinjagd. "Wenn wir Tiere töten, dann schmerzlos und professionell", sagt er. "Stümper haben bei der Jagd nichts verloren". ©Screenshot SWR/TV-Info

„Durchgeknallt – Was bei der Jagd falsch läuft“ – unter diesem fulminanten Titel zeigt das SWR Fernsehen am 29. Juni 2016 um 21:00 Uhr eine Dokumentation zur Jagd in Deutschland. 

„Die Jagd ist ins Gerede gekommen. Dass der Jäger die gute Seele des Reviers ist, sein Wild schützt und hegt und den Frieden der Schöpfung bewahrt – dieses Bild stimmt nicht mehr ganz. Immer öfter hört man: Die Waidmänner sollen nicht nur Tiere totschießen, sondern mehr Verantwortung für Natur und Umwelt übernehmen.“ – so die Inhaltsangabe des SWR.

Produziert wurde die Dokumentation von Lutz Wetzel, selbst Jäger und vielen als Jagd-Autor bekannt. So produziert Wetzel immer wieder Filmbeiträge, die sich mitunter kritisch mit der Jagd auseinandersetzen. So unter anderem folgende Werke:

  • Blutspur im Staatsforst. Reportage, Deutschland, 2001
  • Tod in den Dünen. Jagen für den Küstenschutz auf Baltrum. Reportage, Deutschland, 2002
  • Die Spur der Schweine. Der Förster, die Hauptstadt und die wilde Sau. Reportage, Deutschland, 2003
  • Das Jahr des Jägers. Aus dem Alltag einer rauen Zunft. Reportage, 2×45 Min. Deutschland, 2004
  • Sauhatz in Springe. Reportage, Deutschland, 2005
  • Gänsekrieg in Ostfriesland. Dokumentation, Deutschland, 2012

Der Zuschauer darf also gespannt sein, wie der Waidmann am Ende dasteht. Trophäen-gierig, Gatter-verliebt oder wird es doch eine wahrheitsgemäße Abbildung der deutschen Jagd als Ganzes geben? Das bleibt zumindest zu hoffen.

Die geplanten Themen der Sendung wie: „Naturschützer klären auf“, „ Landwirte contra Jäger“, Stressfreies Jagen – geht das?“ und „ Was wäre, wenn die Jagd abgeschafft würde?“ lassen leider auf nichts gutes schließen.

 

Bleibt abzuwarten, was für Antworten Lutz Wetzel erhält, wenn er in den Revieren nachfragt: “… wie die Wirklichkeit in den deutschen Wäldern aussieht. Gibt es auf den Hochsitzen nur schießwütige Knallteufel oder auch verantwortungsvolle Heger?“.

Auch NABU – Mitglied Tom Mitschke wird zu Wort kommen und sich zu organisierten Jagden auf ausgewilderte Enten äußern. Hier liest sich bereits die Programmankündigung wie eine Kritik an angeblicher Feudaljagd. Auch Wolfgang Grupp, Firmeninhaber der Bekleidungskette „Trigema“ muss sich erklären, laut SWR werfen ihm die Waldbauern des Allgäu die „Haltung“ von Hirschen in seinem Revier vor.

Das alles kommt einem irgendwie bekannt vor und so bleibt nur zu hoffen, das auch die Jägerschaft zu Wort kommt. Immerhin, Förster Hubert Kapp zeigt den Fernsehkameras Weiterbildungskurse für Jäger, die dort lernen sollen „was ein Schuss im Tierkörper anrichtet“ und „wie das Rotwild nach neuen Methoden stressfrei bejagt wird.“