Im Gespräch mit dem JÄGER ging es um die Zukunft des Landesjagdverbands Hamburg, die Zusammenarbeit mit den Nachbarverbänden, die Außendarstellung der Jagd und mehrere konkrete jagdpraktische Fragen. Vor allem fünf Aussagen zeigen, worauf Andreas Brandt hinauswill.
1. Andreas Brandt will den Landesjagdverband Hamburg auf Landesebene stärken
Brandt beschreibt den Verband als stark in den Jägergruppen, aber zu schwach als gemeinsame Organisation auf Landesebene. Vieles funktioniere vor Ort, doch der Landesjagdverband Hamburg selbst werde von vielen Mitgliedern kaum wahrgenommen.
Das Leben des Jagdverbandes in Hamburg findet im Moment fast ausschließlich in den Jägergruppen statt.
-Andreas Brandt
Genau dort setzt er an. Sein Ziel ist ein lebendigerer Verband mit mehr gruppenübergreifenden Aufgaben, mehr Austausch und mehr gemeinsamer Aktivität.
2. Er will ein Arbeitspräsidium mit klar verteilten Aufgaben
Ein Kernpunkt seiner Kandidatur ist die neue Struktur an der Spitze des Verbands. Andreas Brandt will kein Präsidium, in dem Themen nebenher laufen, sondern eines mit klaren Zuständigkeiten.
Mayling Keun soll die gremieninterne Kommunikation übernehmen, Christoph Jahnke die Kommunikation nach außen. Brandt formuliert seinen Anspruch deutlich: „Ich möchte gerne, dass die Öffentlichkeitsarbeit ein Teil unserer Präsidiumsarbeit wird.“ Sein Ziel sei ein „Arbeitspräsidium“.
3. Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind für ihn strategische Partner
Weil viele Hamburger Jäger auch in den angrenzenden Bundesländern jagen, sieht Brandt die Nachbarverbände nicht nur als Kontakte, sondern als wichtige Partner.
„Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind nicht nur Nachbarn, sondern aus meiner Sicht strategische Partner“, sagt er. Er denkt dabei an gemeinsame Fortbildungen, engere Zusammenarbeit in der Verwaltung und einen stärkeren Austausch zwischen den Verbänden. Einer seiner ersten Schritte wäre, die Präsidenten beider Nachbarverbände nach Hamburg einzuladen.
4. In der Öffentlichkeitsarbeit soll der Verband deutlich präsenter werden
Andreas Brandt sagt offen, dass der Landesjagdverband Hamburg in der Vergangenheit zu zurückhaltend aufgetreten sei. Das will er ändern.
„Wir haben uns in der Vergangenheit vielleicht doch ein bisschen sehr versteckt“, sagt er. Künftig soll der Verband stärker auf Veranstaltungen sichtbar sein, erfolgreiche Projekte stärker herausstellen und auch Social Media gezielter nutzen. Als Beispiele nennt Brandt die Wildtierrettung in Hamburg und einen eigenen Instagram-Kanal für den Verband. Wichtig ist ihm außerdem, dass Mitglieder selbst stärker als Botschafter der Jagd auftreten können.
5. Bei jagdpraktischen Fragen setzt er auf pragmatische Lösungen
Auch in Sachfragen wird Andreas Brandt konkret. Bei den Trichinenproben sieht er dringenden Gesprächsbedarf mit der Politik. Bei der Nachtzieltechnik fordert er, dass in Hamburg dieselbe Rechtslage gelten müsse, wie in den angrenzenden Bundesländern.
Besonders ausführlich spricht er über Nutria. Zwar gebe es immer wieder die Forderung, sie einfach ins Jagdrecht aufzunehmen. Brandt warnt aber vor den Folgen für die Fallenjagd, weil Fallen in Hamburg nur auf Raubwild eingesetzt werden dürfen. Sein Fazit ist deshalb klar: „Wir müssen weiter an pragmatischen Lösungen arbeiten.“
Darauf will Andreas Brandt den Verband ausrichten
In diesen fünf Punkten zeigt sich, worauf Andreas Brandt als Kandidat setzt: mehr Leben auf Landesebene, klare Zuständigkeiten im Präsidium, engere Zusammenarbeit mit den Nachbarverbänden, eine aktivere Öffentlichkeitsarbeit und praktikable Lösungen in jagdpolitischen Fragen.
Sein Leitgedanke zieht sich durch den gesamten Talk: mehr Vernetzung nach innen und mehr Sichtbarkeit nach außen. Oder, wie er es selbst formuliert: Seine Vernetzung, seine Verbandserfahrung und seine Kenntnis der Akteure sollen helfen, den Verband in Hamburg „nach vorne zu bringen“.
Schauen Sie sich hier den JÄGER-Talk im Video an:





