Spätestens im März sollten im Revier die Salzlecken kontrolliert und mit neuen Lecksteinen bestückt werden. Sich für die richtigen Salzsteine oder Pasten für die Salzlecke zu entscheiden, ist dabei gar nicht so einfach. Denn das Angebot ist riesengroß.
Salzlecke fürs Revier: Graues, grünes, weißes Salz?
Grau, grün oder lieber doch den weißen Salzstein? Und was ist mit dem Roten? Salz, soweit das Auge reicht. Gab es früher im Raiffeisenmarkt höchstens eine Sorte, können Jäger und Nutztierhalter inzwischen aus einem halben Dutzend verschiedenen Produkten wählen. Hinzu kommen die Versandhändler. Beim Bestücken der Salzlecke gibt es heutzutage ein riesiges Angebot.
Die angebotenen Salzsteine unterscheiden sich dabei nicht nur in der Farbe, sondern sie sind auch unterschiedlich groß. So bringt es der rote Salzstein von KNZ auf gerade einmal zwei Kilogramm. Preis: 5,99 Euro. Zusätze wie Zinkoxid, Eisenoxid und Kupfer treibend den Preis dabei nach oben. Im Revier kann man darauf verzichten.
Achtung: Im Muffelrevier haben derartige Steine wegen des Kupfers nichts an der Salzlecke zu suchen!
Muss der Stein für die Salzlecke teuer sein?
Beliebt sind auch sogenannte Himalaya-Steinsalzbrocken. Fünf Kilogramm kosten etwa 8,50 Euro. Das Salz ist natürlich, aber auch relativ teuer. Preislich interessanter sind die grauen Salzsteine. Zehn Kilogramm kosten gerade einmal 5,99 Euro. Der Natriumanteil beträgt 37 Prozent. Hinzu kommt Kalzium, Magnesiumoxid und Spurenelemente wie Mangan und Zink.
Günstiger sind Salzsteine, die ohne Zusatzstoffe auskommen. 10-Kilo-Salzsteine (ohne weitere Zusätze) gibt es bereits ab 4,99 Euro. Im Angebot sind sie manchmal schon für 3,99 Euro zu ergattern. Tipp: Dann besser gleich größere Mengen einkaufen. Salz (trocken gelagert) wird nicht schlecht. Sparfüchse teilen die 10-Kilo-Blöcke in zwei Teile. Denn fünf Kilo pro Salzlecke sind völlig aus reichend.
Wo Salz nicht nur Wild, sondern regelmäßig Langfinger – wie Tierhalter, die nicht zwischen „mein“ und „dein“ unterscheiden können – anlockt, sollte Speisesalz aus dem Supermarkt verwendet werden. Die 500-Gramm-Packung ist ab 17 Cent zu haben. Das sind 3,40 Euro auf 10 Kilogramm! Einfach ein paar Päckchen in ein Leinensäckchen oder in eine Socke schütten und auf die Salzlecke legen – fertig! Manche Weidmänner schrauben auch einen Blumentopf auf die Stocksulze und schütten das Salz dort hinein.
Die Vorteile von Speisesalz im Revier
Der Vorteil ist, dass das feinkörnige Salz Feuchtigkeit zieht und schnell fürs Wild verfügbar ist. Im Zweifel einfach eine Flasche Wasser drüber schütten oder einen Eisklotz (gefüllte 1,5-Liter-Flasche ins Eisfach) drauflegen. Das langsam tauende Eis sorgt dafür, dass sich das gelöste Salz am Stamm verteilt.
Spar-Tipp: Im Baumarkt wird sogenanntes Regeneriersalz (reinstes Kochsalz!) in Tablettenform angeboten. Mit etwas Glück bekommt man den 25-Kilo-Sack für 6,90 Euro. Tabletten werden nicht so schnell gestohlen wie 5- oder 10-Kilo-Steine.
Wie legt man eine Salzlecke an?
Bei neu angelegten Salz lecken lohnt es sich, mit einem Salzstein und etwas Salzpaste an der Sulze zu starten. Die Pasten lassen sich mithilfe einer Spachtel leicht am Stamm auftragen. Die enthaltenen Lockstoffe (Aromen: Apfel, Trüffel, Anis, Rauch, Honig) sorgen dafür, dass das Wild schnell auf die Sulze aufmerksam wird. Der 2-Kilo-Eimer (z.B. von Eurohunt) kostet im Fachhandel 17,90 Euro. Hinweis: 100-200 Gramm genügen, um das Wild anzulocken.
Neu eingerichtete Salzlecken werden schneller angenommen, wenn sie mit Lockstoffen wie Anisöl oder ähnlichen Düften behandelt werden. Zudem gibt es im Fachhandel Salzspray, dass an die Sulze gesprüht werden kann, um die Attraktivität zu erhöhen bzw. die Annahme zu beschleunigen.
Salzlecken im Revier: Auch auf die Menge kommt es an
Wie viele Salzlecken man im Revier an legt, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Im Feldrevier bei Schlaggrößen jenseits der 50 Hektar, sollte eine Salzlecke pro 100 ha genügen. Bei gut strukturierten Flächen und im Wald dürfen es auch ein paar mehr sein. Zu beachten ist, dass in manchen Revieren (Forst) Salzlecken als Kirrungseinrichtung.








