Elch entgeht knapp Kollision: dramatische Szenen auf der A13

moose crossing the road

Ein Elch auf der Straße - besonders auf einer Autobahn - ist ein tödliches Risiko für alle. © AdobeStock/Per Grunditz

Man könnte meinen, man wäre in Schweden oder Kanada, doch es ist in Deutschland. Ein Elch hat auf der Autobahn A13 für dramatische Szenen gesorgt.

Stau auf der A13: Elch sorgt für Vollsperrung bei Groß Köris

Am Sonntagnachmittag sorgte ein Elch auf der A13 zwischen den Anschlussstellen Groß Köris und Teupitz für einen handfesten Wildunfall-Schreck. Gegen 15.50 Uhr wurde das Tier erstmals in Fahrtrichtung Dresden gesichtet, lief am Fahrbahnrand entlang und brachte die Polizei auf den Plan, die Autofahrer vor dem ungewöhnlichen Wildwechsel warnte. Gegen 19.02 Uhr tauchte der Elch erneut auf der Fahrbahn auf – diesmal kam es nach Medienberichten beinahe zu einer Kollision mit einem Fahrzeug. Die Polizei sperrte die A13 daraufhin kurzzeitig voll, um das Tier von der Fahrbahn zu treiben. Gegen 20.18 Uhr gab sie Entwarnung: Der Elch hatte den Wildschutzzaun durchbrochen und war in den angrenzenden Schweriner Forst geflüchtet.

Elchvorkommen in Brandenburg: Immer mehr Sichtungen

Der Vorfall reiht sich in eine wachsende Zahl an Elchsichtungen in Brandenburg ein. Bis Ende 2025 zählten Behörden und Naturschützer im Land rund 229 Beobachtungen. Im Sommer 2026 waren zeitweise bis zu fünf Elche gleichzeitig in dem Bundesland unterwegs. Als Ursache gilt vor allem die wachsende Population im benachbarten Polen, wo die Tiere seit 2001 unter strengem Schutz stehen und seither verstärkt nach Osten abwandern. In Brandenburg selbst galten Elche seit etwa 1850 als ausgerottet. Erste zurückwandernde Tiere wurden ab 1958 registriert. Seit den 2010er-Jahren verdichten sich die Sichtungen deutlich. Ein Nachwuchs-Nachweis für Brandenburgs Elche steht weiterhin aus – die Tiere bleiben Wandergäste, deren Zahl aber spürbar zunimmt. Für Autofahrer in waldreichen Regionen heißt das: Wildwechselschilder ernst nehmen und besonders in der Dämmerung vorsichtig fahren.

Tod von Elchbulle Bert: Brandenburg verliert seinen bekanntesten Elch

Besondere Aufmerksamkeit erhält das Thema derzeit durch den Tod von Elchbulle Bert, der seit 2018 im Naturpark Nuthe-Nieplitz lebte und als erster dauerhaft sesshafter Elch Deutschlands galt. Er wurde Mitte September auf einer Weide tot aufgefunden. „Bert“ war laut Obduktion an einem stumpfen Trauma gestorben. Während der Brunft hatte der Elchbulle sich immer wieder zu einer Rinderherde gesellt. Vielleicht kam es da zu Missverständnissen mit den Rindern.