Wildunfall mit Zebra: Dramatische Notlandung am Kilimandscharo

A herd of zebras walking next to a small aeroplane in Lake Nakuru, Kenya

Auf den ungezäunten Landepisten in Afrika kann es immer wieder zu gefährlichem Wildwechsel kommen. © AdobeStock/martin

Gerade im Herbst kommt es mit Zeitumstellung und erhöhtem Wildwechsel häufiger zu Wildunfällen. Doch auch anderswo wechselt Wild die Fahr- oder sogar die Startbahn, wie ein Unfall mit einem Zebra jetzt beweist.

Zebra kreuzt die Startbahn

Ein kurioser Wildunfall ereignete sich auf dem Seronera Airstrip in Tansania. Diese Piste liegt mitten im Serengeti-Nationalpark und wird von der tansanischen Nationalparkbehörde betrieben. Zäune gibt es hier keine. Wildtiere queren die Rollbahn deshalb immer wieder. Am vergangenen Sonntag kam es zu einer Kollision zwischen einem Zebra und einem startenden Flugzeug vom Typ Embraer EMB-120 Brasilia. An Bord der Maschine befanden sich 26 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Ziel des Fluges war die Insel Sansibar.

Zebra-Kollision beschädigt Flugzeug

Nach dem Zusammenstoß mit dem Zebra lief der Flug zunächst normal weiter. Erst kurz vor der Landung in Sansibar bemerkte die Besatzung, dass sich das Fahrwerk nicht ausfahren ließ. Die Piloten entschieden sich um und steuerten stattdessen den großen, rund 430 Kilometer weiter östlich liegenden Kilimanjaro International Airport an.

Bauchlandung am Kilimandscharo

Am Flughafen Kilimanjaro blieb den Piloten nur eine Möglichkeit. Sie mussten die Maschine mit eingefahrenem Fahrwerk auf dem Rumpf landen. Videos zeigen, wie das Flugzeug über die Bahn rutscht und schließlich zum Stehen kommt.

Alle 30 Menschen an Bord konnten die Maschine unverletzt verlassen. Der Flughafen blieb anschließend rund fünf Stunden gesperrt, bis die Maschine geborgen war. Gegen 16.30 Uhr Ortszeit lief der Betrieb wieder normal. Das Zebra überlebte den Zusammenstoß nicht. Bei dem Tier handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein bis zu 300 Kilogramm schweres Böhm-Zebra. Die kleinste Unterart des Steppenzebras ist die häufigste Zebraunterart in Ostafrika. Der Bestand wird auf ca. 660.000 Tiere geschätzt. Trotz dieser hohen Zahl gilt diese Zebraart bei der Weltnaturschutzunion als potenziell gefährdet.

Ermittlungen zum Zebra-Zwischenfall laufen

Die tansanische Flugunfalluntersuchungsstelle hat Ermittlungen eingeleitet. Ob der Zusammenstoß mit dem Zebra tatsächlich das Fahrwerk beschädigt hat, ist offiziell noch nicht bestätigt. Ein abschließender Bericht der Behörde steht noch aus.