Im Nationalpark Harz sind drei diesjährige Jungluchse gestorben. Eines der Tiere wurde tot im Gehege aufgefunden, die beiden anderen mussten aufgrund schwerer angeborener Fehlbildungen innerer Organe von einem Tierarzt eingeschläfert werden.
Fehlbildungen machten ein Überleben ohne Leid unmöglich
Nach Mitteilung der Nationalparkverwaltung wurde zunächst eines der drei Jungtiere tot im Gehege entdeckt. Die anschließende Untersuchung der beiden verbliebenen Geschwistertiere ergab erhebliche angeborene Fehlbildungen innerer Organe. Da ein Überleben der Tiere ohne Leid nicht möglich gewesen wäre, entschied sich ein Tierarzt zur Einschläferung. Die drei Jungluchse waren im Frühjahr 2026 von der Zuchtluchsin Rikki im Gehege des Nationalparks zur Welt gebracht worden.
Ursachenforschung läuft
Die Nationalparkverwaltung arbeitet nach eigenen Angaben eng mit Tiermedizinern und Pathologen zusammen, um die genauen Ursachen für die Fehlbildungen zu klären. Nationalpark-Leiter Roland Pietsch kündigte insbesondere eine erweiterte Untersuchung der Zuchttiere an, um mögliche Zusammenhänge zu ermitteln. Pietsch bezeichnete den Vorfall als großen Rückschlag – sowohl für die Erhaltung der in Europa weiterhin stark gefährdeten Art als auch für die beteiligten Mitarbeiter:innen des Luchsprojekts.
Hintergrund: Das Luchsprojekt Harz
Der Eurasische Luchs war durch intensive Bejagung vor rund 200 Jahren in Mitteleuropa ausgestorben. Mit dem im Jahr 2000 gestarteten Luchsprojekt Harz wurde erstmals in Deutschland ein Wiederansiedlungsversuch der Art unternommen. Jäger und Naturschützer setzen sich seither gemeinsam für den Bestandserhalt der größten europäischen Katzenart ein.









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