Hasen können unter günstigen Bedingungen, wie beispielsweise vielseitiger Nahrung, mehrere Jahre alt werden. Häufig wird ihre Lebenserwartung in freier Wildbahn mit etwa drei bis fünf Jahren angegeben. Einzelne Tiere können jedoch auch ein Alter von sieben bis acht Jahren erreichen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die meisten Feldhasen tatsächlich so lange leben. Gerade bei Jungtieren ist die Sterblichkeit hoch. Wer die Frage beantworten möchte, wie alt Hasen werden, muss deshalb zwischen dem möglichen Alter eines einzelnen Tieres und der durchschnittlichen Lebenserwartung in freier Wildbahn unterscheiden.
Welche Rolle spielt die Ernährung eines Hasen für sein Alter?
Ob ein Feldhase ein hohes Alter erreicht, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Einen großen Einfluss hat die Qualität seines Lebensraums. Strukturreiche Landschaften mit ausreichend Nahrung, Deckung und Rückzugsmöglichkeiten bieten günstigere Bedingungen als weitgehend ausgeräumte Flächen.
Auch das Nahrungsangebot spielt eine wichtige Rolle. Feldhasen ernähren sich überwiegend pflanzlich und fressen unter anderem Gräser, Kräuter und verschiedene Kulturpflanzen. Ein abwechslungsreiches Angebot ermöglicht es ihnen, ihren Nahrungsbedarf über das Jahr hinweg zu decken.
Welche Gefahren beeinflussen, wie alt Hasen werden?
Daneben beeinflussen Krankheiten und Parasiten die Überlebenschancen. Auch extreme Witterungsverhältnisse können Feldhasen zusetzen. Besonders für Jungtiere können längere nasskalte Perioden problematisch sein. Vor allem die ersten Lebensmonate sind für Feldhasen eine kritische Phase. Jungtiere sind trotz ihrer guten Tarnung zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Zu den natürlichen Fressfeinden gehören unter anderem Füchse und verschiedene Greifvögel.
Hinzu kommen Gefahren, die mit der Nutzung der Kulturlandschaft verbunden sind. Landwirtschaftliche Arbeiten und der Straßenverkehr können ebenfalls zu Verlusten führen. Gleichzeitig können Veränderungen des Lebensraums das Angebot an Nahrung und geeigneten Rückzugsorten beeinflussen. Das erklärt auch, weshalb die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich unter dem maximal möglichen Alter eines Feldhasen liegen kann.
Wo fühlen sich Feldhasen besonders wohl?
Der Feldhase ist ein typischer Bewohner offener und halboffener Landschaften. Besonders häufig ist er auf Äckern, Wiesen und anderen landwirtschaftlich geprägten Flächen anzutreffen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Größe einer Fläche, sondern auch ihre Struktur. Feldraine, Hecken, Brachen und abwechslungsreich bewachsene Flächen können Nahrung und Deckung bieten. Tagsüber ruhen Feldhasen häufig in einer flachen Mulde am Boden, der sogenannten Sasse. Durch ihre Fellfarbe sind sie dort gut getarnt.
Besonders aktiv sind die Tiere in der Dämmerung und während der Nacht. Bei Gefahr verlassen sie sich auf ihre kräftigen Hinterläufe und ihre Geschwindigkeit. Die schnelle Flucht gehört zu den wichtigsten Überlebensstrategien des Feldhasen. Auf kurzen Strecken kann er Geschwindigkeiten von rund 70 Kilometern pro Stunde erreichen.
Warum schlagen Feldhasen auf der Flucht Haken?
Dabei läuft er nicht einfach geradeaus davon. Feldhasen können während der Flucht abrupt die Richtung wechseln. Dieses Verhalten wird als „Haken schlagen“ bezeichnet und kann es einem Verfolger erschweren, das Tier zu erwischen. Die langen Hinterläufe sind dafür besonders wichtig. Sie ermöglichen nicht nur hohe Geschwindigkeiten, sondern auch weite Sprünge und schnelle Richtungswechsel.
Feldhasen leben außerhalb der Paarungszeit überwiegend einzelgängerisch. Einen festen unterirdischen Bau nutzen sie nicht. Stattdessen verbringen sie ihre Ruhephasen in der Sasse, die ihnen durch ihre geringe Tiefe und die natürliche Vegetation Deckung bietet.
Wie kommen junge Hasen zur Welt?
Besonders auffällig wird das Verhalten während der Paarungszeit. Dann lassen sich auf offenen Flächen Verfolgungsjagden zwischen mehreren Feldhasen beobachten. Auch Auseinandersetzungen, bei denen sich die Tiere mit den Vorderpfoten schlagen, kommen vor. Diese Aktivitäten sind besonders im Frühjahr gut zu beobachten, können sich je nach Bedingungen aber über einen längeren Zeitraum erstrecken.
Junge Feldhasen sind bei ihrer Geburt bereits vergleichsweise weit entwickelt. Sie kommen mit Fell und geöffneten Augen zur Welt und können sich schon früh selbstständig bewegen. Damit sind sie gut an ein Leben in der offenen Landschaft angepasst. Die Häsin hält sich nicht ständig bei ihrem Nachwuchs auf. Die Jungtiere verbringen einen großen Teil des Tages einzeln und gut getarnt in der Vegetation. Die Mutter sucht sie nur zum Säugen auf.
Kann man erkennen, wie alt Hasen sind?
Wer einen jungen Feldhasen allein auf einer Wiese oder einem Feld entdeckt, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass das Tier verlassen wurde. Das Alleinsein gehört zum natürlichen Verhalten der Jungtiere. Wie alt genau ausgewachsene Hasen sind, lässt sich äußerlich kaum zuverlässig bestimmen. Bei sehr jungen Tieren können Größe, Körperbau und Entwicklungsstand gewisse Hinweise geben. Mit zunehmendem Alter werden solche Unterschiede jedoch schwieriger zu erkennen.
Ein großer Feldhase muss daher nicht zwangsläufig besonders alt sein. Für eine genauere Altersbestimmung sind spezielle Untersuchungsmethoden notwendig. Für Beobachter in der Natur ist in der Regel lediglich eine grobe Einschätzung möglich, ob es sich um ein junges oder ausgewachsenes Tier handelt.
Welche Arten von Hasen gibt es?
Der Feldhase ist nicht die einzige Hasenart. Zur Gattung Lepus gehören zahlreiche Arten, die in unterschiedlichen Regionen und Lebensräumen vorkommen. In Europa lebt beispielsweise auch der Schneehase (Lepus timidus). Er ist besonders an kalte Lebensräume angepasst. Charakteristisch ist sein saisonaler Fellwechsel. In vielen Regionen trägt er im Winter ein weitgehend weißes Fell, wodurch er in verschneiten Landschaften besser getarnt ist.
Andere Hasenarten leben unter anderem in Steppen, Wüsten oder Gebirgsregionen. Trotz unterschiedlicher Anpassungen besitzen viele von ihnen die für Hasen typischen kräftigen Hinterläufe und sind auf eine schnelle Flucht spezialisiert.
Wie helfen Tarnung und Geschwindigkeit beim Überleben?
Der Feldhase verfügt über mehrere Eigenschaften, die ihm das Überleben in offenen Landschaften ermöglichen. Neben seiner Geschwindigkeit spielt die Tarnung eine wichtige Rolle. In der Sasse drückt er sich flach auf den Boden und bleibt häufig regungslos liegen, solange eine Gefahr nicht zu nahe kommt.
Auch seine großen Ohren sind charakteristisch. Sie ermöglichen eine gute Wahrnehmung der Umgebung. Die seitlich am Kopf liegenden Augen sorgen zudem für ein großes Sichtfeld. Erst wenn Tarnung und regungsloses Verharren nicht mehr ausreichen, setzt der Feldhase auf die Flucht. Die Kombination aus Aufmerksamkeit, Tarnung und Geschwindigkeit gehört zu seinen wichtigsten Überlebensstrategien.









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