GHOSTHOOD stattet mit seiner Bekleidung normalerweise Behörden aus. Patrik Bollrath hat den genialen Tarnanzug für uns getestet.
Tarnung bedeutet, mit seiner Umgebung zu verschmelzen. Wir wollen von unserem Gegenüber nicht gesehen werden. Man ist dann als Mensch oder menschliche Silhouette nicht mehr erkennbar und weder Mensch noch Tier können einen wahrnehmen, wenn man bewegungslos an Ort und Stelle verharrt. Es geht immer darum, unsere Silhouette in der Natur aufzubrechen, damit die eigenen Umrisse mit dem Hintergrund verschwimmen. Es gibt hierfür verschiedene Muster: Ein Tarnmuster, das bestimmte Vegetationen naturgetreu nachahmt, ist meist nicht so effektiv wie ein Pixeltarnmuster, da sich ein solches besser in verschiedene Umgebungssituationen einfügt.
Tarnanzug im Revier: Wie ein Geist
Das Tarnset besteht aus einem Poncho, Beinlingen, Handschützern und einer Gesichtsmaske. Die Teile sind in verschiedenen Farben erhältlich. Ich habe mich für die Farbe Grün entschieden, da diese am besten zu meiner jagdlichen Umgebung in Mischwäldern passt. Es handelt sich bei allen Produkten lediglich um Überziehkleidung ohne jegliche Funktion. Das Tarnmuster ist ein hauseigenes Tarnmuster, welches sich ConCamo (Confusion Camouflage) nennt. Mit acht verschiedenen Farbtönen soll es bis zu 60 verschiedene Tiefenebenen vortäuschen. Das klingt erst mal nicht schlecht. Zusätzlich ist das Tarnmuster mit infrarottauglichen Farben hergestellt, um gerade im militärischen Einsatz auch vor Nachtsichtgeräten geschützt zu sein. Herkömmliche Tarnmuster würde man durch ein Nachtsichtgerät einfach nur als Grau wahrnehmen. Ebenso können Tiere auch im infraroten Bereich äugen, und somit sollte es hier auch einen Effekt geben. Die Produktfotos von GHOSTHOOD versprachen einen sehr effektiven Tarneffekt, und so war ich sehr gespannt, ob dieser in der Realität zutrifft.
Gut verpackt
Das Erste, was auffiel, war, dass der Tarnanzug sehr leicht ist. Der Stoff ist extrem dünn. Der Poncho lässt sich sehr klein falten und passt, genau wie die Beinlinge, in die Seitentasche einer normalen Jagdhose. Er kann somit bei Bedarf einfach übergeworfen werden. Ebenso können die Beinlinge einfach über die normale Hose und die Schuhe gestülpt werden. Diese werden mittels Gummizug und einem Gummiband am Bein und Gürtel fixiert. Der Poncho ist mit einer großen Kapuze ausgestattet, welche ebenso als Tarnmaske genutzt werden kann. Am Ende der Arme sind Aussparungen für Daumen und Handflächen, sodass die hellen Hände komplett verschwinden. Zusätzlich gibt es eine extra Tarnmaske und Handschützer, welche das Gesicht und die Hände wirkungsvoll bedecken.
Auf der Jagd: Macht der Tarnanzug den Unterschied?
In der Praxis wirkt das Camouflagemuster tatsächlich genau wie auf den Bildern. Auf kürzeste Distanz konnten Damwild und auch Rehe nicht ausmachen, was oder wer man war. Bewegte man sich, versuchten die Tiere durch Drehen und Bewegen des Haupts einen besseren Blick auf einen zu bekommen, jedoch konnten sie einen einfach nicht erkennen. Besonders im Wald, wo man sich schnell durch raschelndes Laub oder kleine knackende Äste verriet, äugte das Wild häufig in die ungefähre Richtung, aus welcher das Geräusch kam, jedoch äugten sie einen nur selten direkt an. Sie wussten einfach nicht, wo sich der Störer befand. Mit Bedacht konnte man sich nach kurzem Verharren dem Wild trotz raschelnden Laubes weiter nähern. Auch scheint das Muster in Verbindung mit der faltigen Oberfläche einen weiteren Tarneffekt zu erzielen. Besonders praktisch ist die Leichtigkeit des Stoffes.
Fazit: GHOSTHOOD liefert ab!
Er kann einfach über die normale Jagdkleidung übergeworfen werden, und schon ist man getarnt. Der Stoff ist dennoch robust und zerreißt nicht, wenn man mal in Brombeeren oder Ähnlichem hängen bleibt. Die Bilder sprechen für sich, und ich für meinen Teil habe noch kein Tarnmuster gefunden, welches in einem solchen Maße gut tarnt – egal, ob für die Pirsch oder Krähenjagd. Auch auf dem normalen Ansitz kann der Poncho getragen werden, wenn man einmal für alle anderen verschwinden möchte. Durch sein geringes Packmaß liegen der Poncho und die Beinlinge immer in der Seitentür im Auto und sind so bei jedem jagdlichen Ausgang dabei. Der Poncho ist perfekt für die Blattjagd im Wald, und die Ergebnisse haben mich absolut überzeugt.