Rezension: Fuchsjagd

Fuchsjagd Buch

Ergebnisse aus der Forschung für die Praxis: wissenschaftlich haben sich Christof Janko und Konstantin Börner mit dem Fuchs befasst. Aber beide sind nicht nur qualifizierte Biologen, sondern auch passionierte Jäger. Heraus kam ein spannendes Buch, wie man dem Rotrock an den Balg kommt.

Noch nie waren die Lebensbedingungen für Füchse so günstig wie heute. Die Kulturlandschaft, aber auch die Massen an weggeschmissenen Nahrungsmitteln in Städten und Dörfern begünstigen seine Ausbreitung, während der Mensch selbst den natürlichen Regulator Tollwut vermindert hat. Ohne eine firme Bejagung des Fuchses kann es um Niederwild und Bodenbrüter nur schlechter werden. Daher beschlossen die Biologen, ihre wissenschaftlichen Ergebnisse in die Jagdpraxis umzusetzen und andere daran teilhaben zu lassen.

Mit Gewehr, Hund und Falle

Nach der Lektüre weiß man erst gar nicht: jagen die Autoren den Fuchs am liebsten mit der Flinte am Bau, mit der Büchse auf der Pirsch oder mit der Falle. Alle wichtigen Jagdarten werden dem Leser in gut verständlicher Sprache, reich bebildert und praxistauglich vorgestellt. Immer wieder fließen eindrucksvolle Erkenntnisse aus Forschungsprojekten ein, beispielsweise Bilder eines ausgegrabenen Baues, in dem sich Fuchs und Dachs in verschiedenen Etagen eingenistet hatten. Da wird dem Leser deutlich, in welcher Umgebung Dackel und Terrier ihre mutige Arbeit unter der Erde verrichten.

Verständliche Gliederung

Nach einer Einführung über die Biologie, Lebens- und Ernährungsweise des Fuchses folgen genaue Darstellungen wie man dem Fuchs mit der Falle fängt. Als verantwortungsbewusste Jäger arbeiten die Autoren nur mit jenen Fallen, die nach dem Bundesjagdgesetz zulässig sind. Neben einer Übersicht über die gängigen Typen von Fallen geben beide immer wieder Tipps zu den besten Fangplätzen oder zur Anlage von Zwangswechseln. Praxistauglich sind die Hinweise zur Baujagd mit dem Erdhund. Noch der erfahrenste Baujäger mag durch eine winzige Änderungen seines Verhaltens seine Strecke noch erhöhen. Mit der Büchse gingen beide Jäger das ganze Jahr über auf Jagd: im Sommer an den Wiesen auf die Jungfüchse, im Herbst im Tarnanzug an den Pässen und im Winter mit Lockinstrumenten an der Kanzel. Zur Ranz empfehlen Janko und Börner, weiter die Luderplätze zu pflegen und dort anzusitzen. Denn auch hochzeitende Füchse haben Hunger.

 

Christof Janko, Konstantin Börner: Fuchsjagd. Erfolgreich jagen mit Büchse, Flinte und Falle. Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2013, 127 Seiten, zahlreiche Fotografien und Grafiken, ISBN 978-3440106822, 22,99 Euro