Löwe tötet Safari-Guide in Simbabwe

©Hwange Camp

Screenshot ©Hwange Camp

Erst vor wenigen Wochen führte die illegale Jagd auf den Löwen Cecil zu einem Aufschrei der Empörung und trat eine Debatte über die Großwildjagd in Afrika los, die vor emotionsgeladener Unsachlichkeit überquoll.

Vermutlich wird es diesmal aber keinen internationalen Shitstorm geben, der sich offiziellen Angaben zufolge am vergangenen Montag zugetragen haben soll. Ob dies daran liegt, dass diesmal die Sachlage eine umgekehrt ist oder der Mensch in keinem Winkel der Erde erfolgreich als bedrohte Art vermarktet werden konnte, sei dahingestellt.

Der 40-jährige Guide Quinn Swales führte offenbar eine Gruppe ausländischer Touristen auf einer Fotosafari durch den Busch des Hwange Nationalparks, als er auf frische Löwenspuren traf. Er entschied sich, gemeinsam mit den Touristen, diesen zu folgen. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei den Verfolgten um zwei weibliche und zwei männliche Tiere mit zwei Jungen.

Einer der männlichen Löwen habe sich aggressiv verhalten, konnte jedoch zunächst von dem professionellen und sehr erfahrenen Swales vertrieben werden, so eine Polizeisprecherin gegenüber Spiegel Online. Völlig unerwartet habe sich der Löwe, der wie Cecil mit einem Sendehalsband markiert war, jedoch kurz darauf wieder umgewandt und erneut angegriffen. Diesmal biss er den Führer in Nacken und Schulter.

Laut einem offiziellen Statement des Nationalparks schlugen jegliche Versuche den Löwen zu vertreiben fehl. Swales verstarb noch auf dem Weg ins Krankenhaus, während seine Begleiter mit einem Schrecken davon kamen.

Im Juni diesen Jahres ereignete sich bereits ein ähnlicher Vorfall in einem Park in Südafrika, als die amerikanische Touristin und Mitarbeiterin der beliebten Fernsehserie „Game of Thrones“, Catherine Chappell, von einer Löwin, die sich unbemerkt angeschlichen hatte, aus dem offenen Fenster ihres Safari-Jeep gezogen und getötet wurde.

In beiden Fällen ermittelt die örtliche Polizei, wie es zu den schrecklichen Unfällen kommen konnte. Fakt ist, dass menschliche Schicksale kaum zu ähnlichen Sympathiebekundungen führen, wie die namentlich bekannten Großwildes.